Das Ringen um die besten Köpfe

Der Fachkräftemangel in Österreich spitzt sich weiter zu und stellt für viele Betriebe bereits eine Wachstumsbremse dar. Um ihn zu lindern, kann an vielen Schrauben gedreht werden – von der Attraktivierung der Lehre bis zur Reform der Rot-Weiß-Rot-Card.

Der Konjunkturmotor brummt, doch nicht alle Unternehmen können davon profitieren. Der Grund: mangelnde Kapazitäten, um die ins Haus strömenden Aufträge abarbeiten zu können. Oder anders gesagt: den Firmen – vom großen Industrieunternehmen bis zum kleinen Betrieb – gehen quer durch alle Branchen die Fachkräfte aus. So nennen seit dem Vorjahr beispielsweise Bauunternehmen immer öfter das unzureichende Arbeitskräfteangebot als Hauptgrund für Einschränkungen der Bautätigkeit, heißt es etwa im Branchenbericht Bauwirtschaft der Bank Austria.

Fachkräftemangel führt zu Umsatzeinbußen

Sie sind kein Einzelfall: Österreichweit fehlen der heimischen Wirtschaft rund 162.000 Fachkräfte. Das geht aus einer aktuellen Erhebung des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich hervor. Demnach ist der Fachkräftemangel bereits für 87 Prozent der Betriebe spürbar, 75 Prozent der Betriebe leiden bereits unter starkem Fachkräftemangel.  Zum Vergleich: 2017 fühlten sich „erst“ zwei Drittel der Betriebe vom Fachkräftemangel betroffen. Bereits 60 Prozent der Betriebe sagen, dass der Fachkräftemangel zu Umsatzeinbußen führt oder bald führen wird. Und 49 Prozent der Betriebe klagen, dass der Fachkräftemangel dazu führt, dass sie Produkt- und Serviceinnovationen einschränken müssen. Eine Entspannung scheint nicht in Sicht zu sein, zumindest gehen 82 Prozent der Unternehmen davon aus, dass es in ihrer Branche in den nächsten drei Jahren eine weitere Verschärfung des Fachkräftemangels geben wird.
Am gesuchtesten sind Facharbeiter bzw. Handwerker wie Elektriker, Tischler, Schweißer, Maurer oder Installateure, heißt es  in der aktuellen Studie zum Thema Fachkräftemangel des Personaldienstleisters Manpower. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Vertriebsmitarbeiter sowie Fahrer, gefolgt von Ärzten.