Frauen-Power in der Technik

Weibliche Absolventen technischer Ausbildungen sind heute längst keine mit Argwohn betrachteten Wesen mehr, die mit ihrem Wunsch, Tischlerin, Maschinenbauerin, Physikerin oder Informatikerin zu werden, irritieren. Zahlreiche Initiativen und erfolgreiche Karrieren ebnen den Weg.

Pilotinnen im Cockpit von Jumbojets, Frauen bei Polizei und Militär, renommierte Architektinnen, aber auch Frauen in typisch männlichen Handwerksberufen – immer öfter begegnen wir diesem Bild und immer weniger überrascht es. Manuela Porten-kirchner ist Seilbahntechnikerin in Salzburg und eine von immer mehr Frauen, die eine FiT-Ausbildung in Anspruch genommen haben. Nach der Pflichtschule wurde die junge Frau zur Köchin ausgebildet, stellte jedoch fest, dass das wohl nicht ihr Traumberuf war. Das AMS machte sie auf das FiT-Programm aufmerksam und so kam der Stein ins Rollen. „Nach dem Praktikum im Seilbahnbetrieb war ich mir sicher, dass ich das machen will“, so Portenkirchner und hat ihren Traumjob gefunden – in einer „Männerbranche“. FiT steht für „Frauen in Handwerk und Technik“, doch dazu später mehr.

Karriere mit Lehre oder FH-Studium

„Seit einigen Jahren ist der Lehrberuf „Metall-technik“ unter den Top zehn der am häufigsten gewählten Lehrberufe von Mädchen. 2015 liegt er bereits auf Platz neun“, sagt Anja Gurtner vom Verein sprungbrett. Die Tendenzen bei Lehrberufen zeigen bei Mädchen klar vermehrt in Richtung Handwerk und Technik, freilich zu einem geringeren Prozentsatz neben allzeit beliebten Berufen wie Einzelhandel oder Frisör.
Insgesamt wurden laut Gender Index 2015 „Frauen und Männer in Österreich“ des Bundesministeriums für Bildung und Frauen 2014 in Österreich 115.068 Lehrlinge ausgebildet, davon 39.249 Frauen und fast doppelt so viele Männer (75.819). Der Frauenanteil überwog in den Sparten Handel (66 %), Tourismus/ Freizeitwirtschaft (54 %) und Bank/Versicherung (53 %), während der Männeranteil in allen anderen Sparten, besonders in den Sparten Industrie (84 %), Gewerbe/Handwerk (80 %) und Transport/ Verkehr (74 %) höher lag. Doch immerhin: Der Frauenanteil in typischen Männerberufen ist mehr als vorhanden und er wächst.