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Alte Menschen schaffen neue Jobs

Alt werden, lange gesund bleiben und wenn es soweit ist, dann zu Hause sterben, so sehen kurz zusammengefasst die Vorstellungen der älteren Generation aus, wenn es um den Lebensabend geht. Damit stellt sich eine Reihe von neuen und bewährten Berufen aktuellen Herausforderungen und fokussiert auf die künftigen Bedürfnisse.

Die Bevölkerungspyramide wird in Österreich bald Kopf stehen, denn die Gruppe der 65- bis 79-Jährigen wächst rasant an. Bis zum Jahr 2030 steigt ihre Zahl nach Angaben der Statistik Austria auf 1,52 Mio., das ist ein Plus von 42 % gegenüber 2011. Aber auch die Zahl der betagten und hochbetagten Personen, also Menschen im Alter von 80 Jahren und mehr, wird im Jahr 2030 bereits um 54 % größer sein als noch vor fünf Jahren. Diese Entwicklung kann natürlich auf die Infrastruktur, vor allem im heimischen Gesundheitswesen, nicht ohne Auswirkungen bleiben: Gefragt sind passende Versorgungsstrukturen in nahezu allen medizinischen Bereichen, allen voran der Geriatrie, der Intensivmedizin und der Palliativmedizin, aber auch der entsprechenden Pflege – im Spital, im Pflegeheim oder zu Hause. Schon heute sind mehr als die Hälfte aller Patienten, die auf heimischen Intensivstationen liegen, älter als 70 Jahre. In den letzten 15 Jahren stieg der Anteil der über 80-jährigen Patienten an den österreichischen Intensivstationen von 10 auf 20 %. Damit geht natürlich auch die Tatsache einher, dass die Patienten, die dort zu betreuen sind, immer kränker werden und daher oft länger und aufwendiger zu versorgen sind.

Wenn Notärzte das Lebensende begleiten. Notfallmediziner sind grundsätzlich dazu ausgebildet, drohende oder eingetretene Notfallsituationen rasch zu erkennen und medizinisch zu behandeln, und zwar quer durch alle Altersklassen. Mit der steigenden Zahl an betagten Menschen und jenen, die nur mehr eine kurze Lebenserwartung haben, sind es immer häufiger auch Notärzte oder Sanitäter des Rettungsdienstes und die erstversorgenden Ärzte eines Krankenhauses, die diese sogenannten „Palliativpatienten“ versorgen. Dazu zählt auch das Gespräch mit den Angehörigen, die psychosoziale Hilfe sowie die Klärung juristischer Fragen am Lebensende – ein Umstand, der bisher nicht oder nur in seltenen Fällen Teil der „Jobanforderungen“ war.