SERIE: Handwerk

Die letzten Lederhosenmacher

Nur noch wenige Säckler beherrschen in Österreich die Herstellung der traditionellen Lederhosen. Dabei sind diese gefragt wie schon seit Langem nicht.

Die „Lederne“ ist wieder „in“. Gleichgültig in welcher Beinlänge – traditionelle Leder-hosen erfreuen sich   bei Jung und Alt, Männern, aber auch immer mehr Frauen, großer Beliebtheit. Wer auf sich hält, wählt allerdings nicht eine Lederhose von der Stange, sondern lässt sie sich auf den Leib schneidern. Wobei: „Schneidern“ ist in diesem Zusammenhang ein wenig irreführend. Denn nicht der Schneider, sondern der Säckler ist derjenige, der das traditionelle Beinkleid herstellt. 

Zumindest dann, wenn es mit der traditionellen Säcklernaht versehen sein soll. Dabei werden die Lederkanten nach außen, also sichtbar, zusammen gesteppt und zusätzlich helle Lederstreifen zwischen die Lederkanten gelegt. Entstanden ist die Säcklernaht der Historie zufolge aus dem Abgrenzungsbedürfnis der Schneider, die eben-falls Lederhosen anfertigten, sowie anderer lederverarbeitender Handwerke. Sie erzwangen zeitweise, dass die Säckler ihre Nähte nur „nach Säcklerart“, also außen sichtbar anbringen durften, während die Schneider ihre Nähte „nach Schneiderart“, also nach innen anzubringen hatten. Heute ist die Säcklernaht ein Qualitätsmerkmal von guten, aufwendig verarbeiteten und handgearbeiteten Lederhosen.

Vom Sack zur Hose. Die Wurzeln dieses alten Handwerks reichen bis ins frühe Mittelalter zurück. So scheint der Begriff „Säckler“ erstmals im 8. Jahrhundert auf: Sie stellten damals jene Säcke aus Leder her, in denen verschiedenste Waren wie etwa Salz transportiert und gelagert wurden. Im Laufe der Zeit erweiterte sich das Portfolio der Säckler, die auch Taschen, Handschuhe und erste Oberbekleidung produzierten, bis schließlich die Erzeugung von mit kunstvollen Stickereien verzierten Lederhosen in den Mittelpunkt ihrer Tätigkeit rückte. Eine Tätigkeit, die mittlerweile nur mehr wenige meisterlich beherrschen.