Zukunftsbranchen Nr. 04/2006 zb

as Was haben BrotMax und Dessous gemeinsam?
Direktvertrieb lautet das Zauberwort, hinter dem die einen unseriöse Haustürgeschäfte und Keilerei vermuten, während die anderen kostengünstig und bequem auf Schnäppchenjagd gehen.

Julia Schwarzinger, 33, streut Staubzucker auf einen frisch gebackenen Marmorguglhupf. Heute Abend kommen ihre Freundinnen auf Besuch. Mit von der Partie ist auch Frau Lore H. - und mindestens zwei Dutzend Küchenutensilien. Es wird wieder über Kochrezepte gesprochen, über "Pfiffikus", den Kuchenstreuer, den "BrotMax" mit dem patentierten Filtersystem "CondensControl" und den "Jubiläums-Wunder-Schüsselsatz". Denn: Frau Schwarzinger gibt eine Tupperware-Party! Nach und während ausgiebigem Essen und Tratschen werden neue, einzigartige Produkte vorgestellt, Schnäppchenpreise genannt und Bestellformulare angekreuzt - die Gastgeberin, Frau Schwarzinger, bekommt diesmal ein Babyfläschchen gratis. Wenn nicht der Kunde ins Geschäft, sondern der Verkäufer zum Kunden kommt, so spricht man von "Direktvertrieb". Haushaltsgeräte, Küchengeschirr, Bücher, Audio und Video, Wellness-Produkte, Unterwäsche, Kosmetika und Modeschmuck sind im klassischen Direktvertrieb angebotene Waren. Aber auch Finanzdienstleistungen wie Versicherungen und Bausparverträge, Produkte und Leistungen aus den Bereichen Telekom und Energie, Immobilien und handwerkliche Dienstleistungen laufen mittlerweile über diesen Vertriebsweg direkt zum Kunden. Allein in den Bereichen Telekom und Energie haben sich die Wachstumsraten in der Schaffung von 1.000 neuen Arbeitsplätzen im Vertrieb dieser beiden Produktgruppen niedergeschlagen. "Für mich ist das sehr praktisch", erzählt Julia Schwarzinger, zufriedene Kundin.

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