Zukunftsbranchen Nr. 2006/02 zb

as China bald Nummer 4
China könnte in Kürze zur vierten Wirtschaftsmacht der Welt hinter den USA, Japan und Deutschland aufsteigen. Das erwarten Analysten, nachdem Peking Angaben zur Wirtschaftsleistung 2004 deutlich nach oben revidierte.

Statistikern zufolge fiel das chinesische Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2004 um umgerechnet rund 284 Milliarden Dollar (240 Milliarden Euro) höher aus als bisher angenommen. Insgesamt betrug das BIP demnach 1,98 Billionen Dollar. Damit verdrängt China Italien von Platz sechs der wirtschaftsstärksten Länder. Experten gehen davon aus, dass das Reich der Mitte mit den erwarteten Zahlen für 2005 sogar Frankreich (Platz fünf) und Großbritannien (Platz vier) überholen dürfte. 2010 könnte es bereits eine größere Wirtschaftsmacht sein als Deutschland. Die deutliche Korrektur für 2004 ergibt sich vor allem aus einer zu niedrigen Bewertung des Dienstleistungssektors in China, wie der Leiter des nationalen Statistikamtes, Li Deshui, erläuterte. Dienstleistungen trugen demnach knapp 41 Prozent zum BIP bei statt wie bisher vermutet rund 32 Prozent. In den Industriestaaten liegt der Anteil mit mehr als 50 Prozent immer noch deutlich höher. Eine Wachstumszahl veröffentlichten die Statistiker für 2004 nicht. Bisher verzeichnet China enorme Wachstumsraten von jährlich rund neun Prozent. Experten erwarten für 2005 sogar noch eine deutliche Steigerung. Die Credit Suisse First Boston rechnet für 2006 mit einem Wachstum von 10,1 Prozent. Ein Experte der Bank BNP Paribas in Peking sagte, China werde 2006 sicher Nummer vier sein. "2010 wird es stärker sein als Deutschland". Die Weltbank begrüßte die Klarstellung der Statistiker. China brauche für seine Entwicklung "verlässliche Daten", unterstrich ein Vertreter der Institution in Peking.