Sportbegeistert und zugleich technikaffin?

Wer sich für Technik und Sport interessiert, kann beide Leidenschaften verbinden und zum Beruf machen – mit der Lehre zur Sportgerätefachkraft.


„Sportgeräte werden immer technischer, denken Sie etwa nur an die E-Fahrräder“, sagt Mag. Michael Nend-wich, Bundesbranchensprecher Sportartikelhandel. Auch der Umgang mit Skiern und Bindungen erfordert mittlerweile einiges an Wissen: Bindungen werden elektrisch überprüft, zwischen Skiern und Bindungen komme es immer wieder zu Inkompatibilitäten bei den Materialien. Dazu kommen der Trend zu immer mehr Individualisierung der Geräte sowie die Digitalisierung. „Wir haben seit Jahren gemerkt, dass uns angesichts dieser Entwicklung die Fachkräfte fehlen“, sagt Nendwich. Mit der Ausbildung zur „Sportgerätefachkraft“ soll dem Mangel nun begegnet werden.

Andrang derzeit nicht abschätzbar. Der neue Lehrberuf, der vorläufig als befristeter Ausbildungsversuch bis 31. August 2024 geführt wird, kann seit 1. August erlernt werden. Wie viele junge Leute mit der dreijährigen Lehre beginnen werden, könne er derzeit nicht sagen. „Demnächst beginnen die großen Händler wieder mit der Lehrlingssuche“, so Nendwich. Es hätten jedoch bereits viele Lehrlinge, die derzeit eine Lehre zum Einzelhandelskaufmann absolvieren, Interesse an einer Doppellehre bekundet.
Anders als die angehenden Einzelhandelskaufleute, die für den klassischen Verkauf ausgebildet werden, sind Sportgerätefachkräfte vor allem für die technischen Arbeiten rund um Sportgeräte sowie die Beratung der Kunden zuständig. Sie montieren, warten und reparieren Sportgeräte aller Art für den Sommer- und Wintersport ebenso wie für Indoor- und Outdoorsport, wie z.B. Skier, Fahrräder oder Trainings- und Fitnessgeräte. Aber auch die Anpassung der Geräte an die Kunden zählt zu ihren Aufgaben. „Ich denke, dass sie rund 80 bis 90 Prozent der Zeit in der Werkstatt sein werden. Aber natürlich erhalten sie dazu auch die nötige kaufmännische Ausbildung“, erklärt Nendwich.