Wie man sich bettet…

Den Beruf des Polsterers gibt es schon sehr lange und ein Aussterben ist wirklich nicht in Sicht, denn seine Dienste werden gebraucht, solange es Sitzmöbel mit gepolsterten Flächen gibt.

Sessel, Sofas, Matratzen und Autositze werden von Polsterern mit speziellen Materialien gefüllt und anschließend mit Kunststoff, Leder oder Stoff bezogen. Leder, Velours, Leinen, Baumwolle, Filz oder Kunststoff gehören zu den Materialien, die für Bezüge benötigt werden, Schaumstoff, Rosshaar, Wolle, Watte oder Kokosfasern dienen als Füllmaterialien. Dabei achten Polsterer nicht nur auf die Bequemlichkeit, sondern auch auf eine rückengerechte Verarbeitung. Sie arbeiten in der industriellen Serienfertigung ebenso wie in der gewerblichen Einzelfertigung, wo sie auch Polstermöbel reparieren und restaurieren, und in Tapeziererbetrieben.
Die Ausbildung des dreijährigen Lehrberufs erfolgt dual in der Berufsschule und in Fachbetrieben. Neu konzipiert wurde die Ausbildung nun, um den modernen Erfordernissen gerecht zu werden: So sollen technische Entwicklungen wie z.B. neue Maschinen für die Verarbeitung von Leder sowie Entwicklungen bei den verwendeten Materialien wie Federkerne oder Schaumstoffkombinationen und bei den Arbeitstechniken wie etwa dem Kleben berücksichtigt werden.

Frauendominierte Branche.
Polsterer eignen sich Wissen über die Werk- und Hilfsstoffe sowie über die   Bezugsmaterialien, ihre Eigenschaften, Lagerung, Bearbeitungs- und Verarbeitungsmöglichkeiten und deren Verwendungsmöglichkeiten an. Farbenlehre und Farbtechnologie, Farbordnungssysteme und Farbpsychologie sind keine Fremdworte. Sie haben einen guten Überblick über Produktionsabläufe in der Serienfertigung und kennen alle Arten und Aufbauformen von Polstermöbeln.       
Sie können mit den Fachwerkzeugen, Maschinen und Geräten gut umgehen, Werkzeichnungen und Skizzen erstellen und interpretieren, Stoffe zuschneiden und nähen und kennen den gesamten Aufbau klassischer und moderner Polstermöbel durch Begurten, Federstellen, Schnüren, Füllen, Schoppen, Garnieren, Pikieren und Beziehen mit unterschiedlichen Stoffarten. Derzeit sind etwa 19 Polsterer-Lehrlinge in heimischen Betrieben in Ausbildung, davon 12 Frauen.