Kontaktpunkt Karrieremesse: Gießkanne war gestern

Die Arbeitslosenzahlen sinken, Unternehmen suchen nach gut ausgebildetem Personal und setzen dabei immer öfter auf persönlichen Kontakt im Rahmen einer Messe. Kein Wunder, denn hier brauchen sie sich nicht  auf die „Katze im Sack“ verlassen, sondern lernen die künftigen Kollegen gleich direkt kennen.


Es ist noch nicht allzu lange her, da meldeten sich auf ein gut dotiertes Stelleninserat in der Zeitung zig Bewerber und für den Personalberater oder das Personalbüro galt es erst mal, die Spreu vom Weizen zu trennen. Wer wirkt gut, wer wird eingeladen und wer schafft diese erste Hürde erst gar nicht und bekommt sofort eine Absage? Heute ist die Sachlage ein wenig anders. Stelleninserate und die Suche danach   erfolgen zu einem überwiegenden Teil online, doch zusätzlich boomen Karrieremessen, wo Bewerber und HR (Human Resources)-Verantwortliche die Gelegenheit nutzen, von Angesicht zu Angesicht herauszufinden, welches Unter-nehmen attraktiv zu sein scheint bzw. welcher  Bewerber viel zu bieten hat.
Mag. Heike Schreiner, Geschäftsführerin WU ZBP Career Center und Veranstalterin der Career Calling, weiß sehr gut um die Gründe für den Boom an Karriere­messen: „Das mannigfaltige Angebot    an Karrieremessen hat meiner Meinung nach drei Gründe. Zum einen wollen Arbeitgeber immer gezielter auf ihre Zielgruppe zugehen. So wurden die Messen immer differenzierter, wie Messen für Techniker, ITler, Messen für Frauen oder mit Schwerpunkt Diversity. Gießkanne war gestern. Personalisten können sich so auch ganz genau auf die Besucher vorbereiten. Der zweite Grund ist, dass neben den vielen Kanälen der Online- und digitalen Welt der persönliche Kontakt zum Beispiel zu Studierenden im­mer rarer, schwieriger, aber wichtiger wird. Dieses Bedürfnis des unverbindlichen, ersten, persönlichen Gesprächs erfüllen Karrieremessen. Und als dritter Grund ist natürlich der gute Jobmarkt anzuführen. In vielen Branchen und Funktionsbereichen ist es zunehmend schwierig Positionen zu besetzen. Sich als Arbeitgeber zu zeigen – und das wenn möglich sehr früh – ist ein wesentlicher Baustein im zukünftigen Recruiting.“