SERIE: Handwerk

Schuhmacher der Pferde

Hufschmiede verpassen Pferden nicht nur neue Hufeisen. Auch in Sachen Pferdegesundheit spielen sie eine wichtige Rolle. Doch damit könnte es künftig bald vorbei sein.

Wilfried Wallner hat in seinem Transporter alles dabei: Hufeisen in den verschiedensten Größen, dazu passende Nägel, Zangen, Schleifgeräte und – nicht zu vergessen – die transportable Esse, das Herzstück der Ausrüstung jedes Schmiedes. Da werden die Hufeisen auf rund 400 Grad Celsius erhitzt und anschließend kurze Zeit auf den Huf aufgebrannt. Das Eisen kann dann auf dem Beschlagsamboss  bearbeitet und an den Pferdehuf angepasst werden.                 
Wallner ist Hufschmied und Obmann des Österreichischen Hufschmiedeverbandes – und in seinem Job viel unterwegs. Mit seinem Lehrling fährt er von Hof zu Hof und verpasst den dort eingestellten Pferden „Maßschuhe“. „Früher kamen die Pferde zum Hufschmied, heute ist es umgekehrt“, sagt er, der seit 1995 auch Leiter der Hufbeschlagsschule im Pferdezentrum Stadl Paura ist. Die Bereitschaft, viel herumzufahren, sei eine Voraussetzung für seinen Beruf. Auch Verlässlichkeit und Pünktlichkeit sind für den Hufschmied wesentliche Eigenschaften. „Die wichtigste Voraussetzung ist aber natürlich die Tierliebe. Man muss Pferde gernhaben“, sagt er.
Weil zu jedem Vierbeiner aber in der Regel auch ein Zweibeiner gehört, sei es von Vorteil, nicht nur mit Tieren, sondern auch mit Menschen gut umgehen zu können. Handwerkliches Geschick und ein gutes Augenmaß sind für Wallner weitere Bedingungen, um den Beruf gut ausüben zu können. Auch eine gewisse körperliche Fitness sollte man vorweisen können, obwohl die Arbeit nicht nur mit Kraft zu tun habe. Kein Wunder, dass sich immer öfter auch Mädchen für den Job als Huf-schmiedin entscheiden. „Und die haben oft keine 60 Kilo und schaffen es“, sagt Wallner, der es schätzt, bei der Arbeit nicht am Schreibtisch sitzen zu müssen. Auch die Abwechslung, die sein Beruf mit sich bringt, mag er. Wallner: „Es ist kein Tag wie der andere“.