Die Grenzen des Tourismus

Salzburg, Hallstatt, die Wachau, aber auch Dubrovnik oder Venedig stöhnen unter den Touristenmassen und Jahr für Jahr werden es mehr – kein Wunder, dass erste Stimmen laut werden, den Besucherströmen Einhalt zu gebieten.

„Hallstatt zieht die Notbremse“, „Neuer Vorschlag: Eintritt für die Wachau“ und „Stadt Salzburg: Ein Tourismus-Rekord mit Schattenseiten“ titelten im Sommer Zeitungen über die Touristenströme, die oft ein geregeltes Fortkommen vor Ort schier unmöglich machten. Ja, Österreich ist ein Tourismusland und ja, viele Menschen verdienen am Tourismus, aber was zu viel ist, ist zu viel, stand da zu lesen. So sehen es jedenfalls viele Einheimische, die mit den Negativaspekten der Popularität zu kämpfen haben.

Hallstatt is no museum

Das Faible, das vor allem asiatisches und amerikanisches Publikum für Hallstatt, das geschichtsträchtige Kleinod im Salzkammergut zeigt, ist wohlbekannt. „Hallstatt is no museum“ und „Point of Silence“ titeln Tafeln, die in dem malerischen Ort aufgehängt wurden. Übertrieben? Naja, immerhin hinterlassen die Gäste Berge von Müll, lassen Droh­nen über dem Ort kreisen – das ist allerdings mittlerweile verboten – und dringen ungeniert in Gärten ein. Die optimale Perspektive für ein Selfie ist der Grund, heißt es dann oft auf Nachfrage.
Geschätzte 900.000 Gäste sind es, die das 770-Seelen-Dorf pro Jahr besuchen wollen. Die Bewohner Hallstatts schnaufen und suchen verzweifelt nach Lösungen aus dem Dilemma. Dabei wollen sie gar nicht alle Touristen verbannen – immerhin lebt ein Gutteil der Bevölkerung von ihnen –, aber die Zahl der Busgruppen, die lediglich ein paar Stunden verweilen und Nächtigungsgäste „verscheuchen“, zu begrenzen, wäre durchaus in ihrem Sinne.
Dabei sei der Touristenstrom in Hallstatt, das nur über begrenzten Zugang verfügt, leichter einzudämmen als etwa in der Stadt Salzburg, wo aus allen Himmelsrichtungen Gäste in die Stadt komen, meint MMag. Bert Brugger, Geschäftsführer der Tourismus Salzburg GmbH. „In Salzburg beschränkt sich das Übermaß mehr oder weniger auf die Altstadt“, sagt der Tourismusexperte. „Aber dort wohnen natürlich auch Menschen und für sie ist es mitunter zu viel.“