Wieviel Sicherheit verträgt das Internet?

Beim dritten Internet Governance Forum Austria diskutierten Stakeholder aus Industrie, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft über „Sicherheit und Freiheitsrechte im digitalen Raum“. Der Konsens: Weder Gesetze noch Selbstregulierung können für sich alleine die Antwort auf aktuelle Herausforderungen sein.

Fake News, Hasspostings, Terrorpropaganda: Behörden, aber auch Plattform-Betreiber, stehen bei der Bekämpfung unerwünschter und illegaler Inhalte im Netz vor immensen Herausforderungen. Ob und wie schnell Inhalte gelöscht werden sollen und auf welcher rechtlichen Basis, dabei liegen die Ansichten weit auseinander. So auch beim dritten Internet Governance Forum Austria am 16. Oktober 2017 im Wiener Rathaus. Unter dem Veranstaltungs-Motto „Sicherheit und Freiheitsrechte im digitalen Raum“ diskutierten Stakeholder aus Industrie, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft über Herausforderungen, Lösungen und ihre Auswirkungen auf ein freies Internet
 

Wo lauern aktuelle und zukünftige Gefahren?

Die Podiumsdiskussionen waren mit inländischen und internationalen Experten hochkarätig besetzt. Oberst Walter Unger, Leiter der Abteilung Cyber Defence & IKT-Sicherheit im Verteidigungs-ministerium, referierte über aktuelle und zukünftige Gefahren im Netz. Dazu zählen Wahlmanipulation durch Fake News genauso wie Angriffe auf Infrastruktur, wie etwa Stromnetze. Joe McNamee, Executive Director European Digital Rights (EDRI) lockerte die Diskussion mit einem Running Gag aus der Internet-Security-Branche auf: „Im Internet der Dinge steht S für Sicherheit“. Soll heißen: Die Sicherheit bei intelligenten Devices vom internetfähigen Kühlschrank bis zum selbstfahrenden Auto wird derzeit leider allzu oft vernachläs­igt. Christian Pilnacek, Leiter der Strafrechtssektion im Justizministerium, sah die aktuell größte Gefahr bei den mangelnden Verfolgungsmöglichkeiten von Straftaten im Netz und drängte auf eine Ausweitung der Befugnisse.