Energie intelligent nützen

Intelligente Technologien können dazu beitragen, den Stromverbrauch zu reduzieren. Aber meist nur dann, wenn parallel dazu auch das Verbrauchsverhalten geändert wird.


Digitalisierung und Energieeffizienz – auf den ersten Blick scheinen sie nur wenig miteinander zu tun zu haben. Doch schaut man zweimal hin, wird man eines Bes-seren belehrt. „Beide gehen miteinander Hand in Hand“, sagt Ing. Mag. (FH) Thomas Kircher, Geschäftsführer der Smart Energy Consulting. Die Digitalisierung habe be-reits eine Vielzahl an intelligenten Systemen hervorgebracht, mit denen Energie im Bereich der gesamten Wertschöpfungs-kette – also von deren Erzeugung bis zum Verbrauch – effizient genutzt und so in Folge gespart werden kann.         
Dr. Werner Brandauer von der Österreichischen Energieagentur ergänzt: „Die Digita-lisierung hilft, den Verbrauch besser zu analysieren.“ Wie etwa mit dem Smart Meter. Der digitale Stromzähler, der bis spätestens 2022 in 95 Prozent der österreichischen Haushalte zu finden sein soll, kann auf Wunsch den Stromverbrauch im 15-Minuten-Takt feststellen. Diese Werte kann der Endkunde tagesaktuell ablesen und so gege-benenfalls Stromfresser leichter identifizieren. „Studien gehen davon aus, dass man mit dem Smart Meter zwischen 3,5 und 7 Prozent Energie und entsprechend Kosten sparen kann“, sagt Kircher. Wer den Verbrauch einzelner Geräte genau kennen möchte, kann diese darüber hinaus mit einem Stromzähler versehen. Letztere werden zwischen Steckdose und Gerätestecker gesteckt und messen den Verbrauch des angeschlossenen Geräts.

Große Energiefresser. Rund 4.415 kWh elektrische Energie verbraucht ein durch-schnittlicher österreichischer Haushalt nach Angaben von Österreichs Energie, der Interessenvertre­tung der österreichischen E-Wirtschaft, pro Jahr. Die größten Energiefresser sind neben der Heizung (20,5 %) Haushaltsgroßgeräte (17,4 %), Warmwasserbereitung (17,1 %) sowie Gefrier- und Kühlgeräte (12,3 %). Aber auch die Beleuchtung (8,6 %) sowie Büro- und Unterhaltungsgeräte (7,0 %) machen in Summe einen er­heblichen Anteil des Stromverbrauchs aus.