Mein Lehrling kocht besser als deiner!

Nahrungsmittel verarbeiten, Getränke und Speisen zubereiten und dabei die eigene Kreativität ausleben, Gäste verwöhnen und Genuss fördern – wer diese Leidenschaft hegt, hat damit gute Gründe, den Beruf des Kochs zu ergreifen. Köche haben einen stark nachgefragten Beruf erlernt, mit Top-Zukunftsaussichten und einem fast garantierten Arbeitsplatz.

Den Beruf des Kochs gab es wohl schon immer, doch heute scheint er an Attraktivität verloren zu haben – wenn man der allgemeinen Berichterstattung Glauben schenkt. Andererseits boomen Kochshows und Starköche werden gehandelt wie Popstars. Man denke nur an „Kitchen Impossible“, „The Taste“, „Das große Backen, „Meine Mama kocht besser als deine“ und viele andere Shows. Selten stand das Kochen so sehr im Mittelpunkt wie derzeit. Selbst Männer wagen sich mit Leidenschaft an den Herd und sind damit alles andere als unmännlich. Der Hype um Kulinarik und Genuss führt auch dazu, dass nicht nur Hobbyköchen viel Aufmerksamkeit geschenkt wird.
Ausgebildete Köche werden gesucht – es gibt mehr offene Stellen als Anwärter –, obwohl Koch ohnehin nach wie vor zu den beliebtesten Lehrberufen des Landes zählt. Da Köche in vielen verschiedenen Institutionen ausgebildet werden kön­nen, Doppellehren und Spezialisierungen belegen können, ergibt sich in Summe eine Zahl von 6.208 Jugendlichen, die per Ende 2017 Koch/Köchin oder Restaurantfachmann/-frau lernten. Die Ausbildung ist also durchaus beliebt – und das ist gut so, denn laut einer Studie des WIFO-Instituts hält der Trend wohl an: „Nach einer Studie des WIFO-Instituts steigert sich der Bedarf in Beherbergung und Gastronomie bis zum Jahr 2023 um bis zu 36.000 Beschäftigte. Davon werden etwa 7.000 bis 9.000 Arbeitsplätze für  Köche sein.
Der Boom der Branche wird weiter anhalten und die Zahl der Mitarbeiter wird weiter ansteigen. Deshalb  bilden die   Betriebe verstärkt Lehrlinge aus und wir hoffen, dass dieser Trend weiter anhält“, sagt Mario Pulker, Obmann des Fachverbands Gastronomie in der Wirtschaftskammer Niederösterreich.

Trendbarometer nach oben

Während die typischen Tourismusregionen – abgesehen von großen Städten wie Wien, Salzburg, Innsbruck oder Graz – schon zu kämpfen haben, um ausreichend Personal für ihre Serviceleistungen zu bekommen, spricht man in Ostösterreich bereits von einer leichten Entspannung der Lage, wenn auch mit Vorbehalten.