Deutschlehrer braucht das Land!

Viele Österreicher haben sich freiwillig bereit erklärt, im Rahmen der großen Flüchtlingsströme der letzten Jahre zu helfen. Menschen, die Entsetzliches erlebt haben und aus schierer Verzweiflung in eine völlig ungewisse Zukunft aufbrachen, wurden mit offenen Armen aufgenommen. Dann kam jedoch schnell der Moment, da von ihnen erwartet wurde, sich rasch zu integrieren und vor allem Deutsch zu lernen. Doch wie einfach und rasch ist das überhaupt möglich?

In den Medien werden immer wieder Deutschkurse für Flüchtlinge und die Problematik, die dadurch mitunter entsteht, thematisiert. Zunächst ist aber wesentlich zu wissen, wer die Zielgruppe tatsächlich ist. Der korrekte Begriff ist Asylwerber, das sind Menschen, die in Österreich leben, aber keine Staatsangehörigkeit besitzen, die jedoch aufgrund von politischer, religiöser oder sonstiger Verfolgung in ihrem Heimatland um Asyl bitten, also hier einen Asylantrag gestellt haben. Der Begriff Asylant wird meist als abwertend empfunden und sollte daher vermieden werden.
Flüchtlinge sind all jene, die zur Flucht gezwungen waren; haben sie das Land aus eigenem Antrieb verlassen, ohne dazu gezwungen zu sein, werden sie als Migranten bezeichnet. In Österreich beginnt ein Asylverfahren mit dem Antrag auf internationalen Schutz bei einer der Erstaufnahmestellen des Bundes. Die Asylwerber werden medizinisch untersucht und untergebracht, mithilfe eines Dolmetschers wird meist die Identität festgestellt und das Verfahren beginnt zu laufen. Nun können mehrere Jahre vergehen, in denen die Asylwerber in der sogenannten Grundversorgung sind und auf den Entscheid des Asylantrags warten. In dieser Zeit bekommen sie Nahrung, Kleidung und Taschengeld, sie sind krankenversichert und Kinder unterliegen der Schulpflicht. Nun wird meist von den Asylwerbern erwartet, dass sie beginnen Deutsch zu lernen und „sich zu integrieren“ – und hiermit beginnt eine weitere Problematik.

Engagierte Deutschlehrer

Asylwerber werden im Rahmen von privaten, öffentlichen oder humanitären Initiativen unterrichtet. So bietet der Diakonie Flüchtlingsdienst Deutschkurse für Flüchtlinge, „Mama lernt Deutsch“ richtet sich an bildungsbenachteiligte Mütter, deren Kinder Kindergarten oder Schule besuchen. Das Projekt F.U.T.U.R.E. Train wendet sich an Frauen, die bereits Grundkenntnisse der deutschen Sprache aufweisen. Basisbildung für Erwachsene, also Alphabetisierung und Deutsch als Zweitsprache, gibt es an Volkshochschulen oder im Caritas Bildungszentrum – um nur einige Initiativen exemplarisch zu nennen.