SERIE: Mangelberufe

Artisten – Beruf im Rampenlicht

Das Berufsfeld des Artisten ist breit aufgestellt. Akrobatik am Boden und in der Luft, Jonglage, Moderation und vieles mehr. Ihre Einsatzgebiete: Shows und Events aller Art. Wirklich gute österreichische Artisten im eigenen Land sind jedoch rar gesät.

Ein Artist wird ganz allgemein als „darstellender Künstler“ definiert. Etwas genauer könnte man wohl von einer Person sprechen, die zum Beispiel in einem Zirkus, einem Varieté oder bei einem Event Kunststücke vorführt, bei denen es meist auf große Körperbeherrschung ankommt.

Kunst mit dem eigenen Körper

„Als tatsächliche Berufsbezeichnung gibt es den Begriff ‚Artist‘ nicht“, weiß Alexander Schneller, Österreichs jüngster Zirkusdirektor. Er übernahm mit 25 Jahren den Familienbetrieb und leitet seither den Circus Pikard (www.circus-pikard.at), den einzigen niederösterreichischen Zirkus. Schneller trat bereits als Kind im Zirkus auf. Heute ist er nicht nur als Zirkusdirektor unter anderem für die Erstellung des Showprogramms sowie für Marketing und Öffent-lichkeitsarbeit verantwortlich, sondern bei den Aufführungen als Jongleur, Akrobat und Moderator aktiv. Er jongliert als Österreichs bester Jongleur zum Beispiel mit sieben Keulen, zeigt Duo-Luftakrobatik und auch als Einradfahrer begeistert er immer wieder das Publikum. „Mich begeistert vor allem die Einzigartigkeit und Vielschichtigkeit meines Berufes. Ich liebe es, für Menschen zu arbeiten, ihnen Unterhaltung und Freude zu spenden“, betont Schneller.
Zwar nicht in einem Zirkus aufgewachsen, aber schließlich auch bei der Artistik gelandet ist Maria Gschwandtner (www.maria-gschwandtner.com). Im Alter von sieben Jahren hat sie mit rhythmischer Gym-nastik begonnen und zehn Jahre Leistungssport und Showtanz betrieben. Neben einer Ausbildung zur Kindergartenpädagogin hat sie zudem Musical studiert. Aufgrund ihrer sehr ausgeprägten Beweglich-keit ist sie nicht nur als Akrobatin zu Boden und in der Luft aktiv, sondern zeigt auch Kontorsion, den sogenannten „Schlangenmenschen“. „Bei dieser Form der Artistik wird der Körper in Positionen ver-bogen, die für ‚normale Menschen‘ unmöglich erscheinen“, gibt Gschwandtner, die seit 2014 regel-mäßig im Circus Pikard zu sehen ist, Einblick. Neben den Auftritten im Zirkus werden Gschwandtner und Schneller auch für eine Vielzahl anderer Auftritte gebucht.