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Die Zukunft des Plastiksackerls

Immer öfter ernten konventionelle Plastiksackerl und     -verpackungen Stirnrunzeln, wenn nicht gar Verweigerung. Die Konsumenten werden kritischer und wollen Alternativen zum Plastik, das unseren Planeten zumüllt. Können bereits existierende Bio-Kunststoffe das Problem dauerhaft beheben?

Verwirrung stiftet zunächst die Bezeichnung Bio-Kunststoff selbst, existieren doch kompostierbare und nicht kompostierbare Bio-Kunststoffe, Kunststoffe auf Mineralölbasis, Stoffe auf Holzbasis, die dennoch nicht abbaubar sind, und noch viel mehr. Das Attribut Bio-Kunststoff alleine bedeutet demnach nicht, dass das Produkt nachhaltig, gesünder oder ökologisch besser ist. Wer tatsächlich gewillt ist, Plastik im Alltag so gut es geht zu reduzieren, braucht also jedenfalls einen zweiten, detaillierteren Blick auf die sogenannten Alternativen. Wir stellen exemplarisch zwei Beispiele vor, die versuchen, eine bessere Lösung gegen die Plastikflut zu bieten.

Was können Bio-Kunststoffe?

Dass Bio-Kunststoffe nicht immer die Erwartungen erfüllen,     die wir an Bio-Produkte haben, ist hinlänglich bekannt. Nicht kompostierbare Bio-Kunststoffsäcke etwa scheinen die Idee ad absurdum zu führen. Kompostierbar sind unsere beiden Bei­spiele allemal – allein, mitunter scheitert die Rückführung der Stoffe in den irdischen Rohstoffkreislauf dann doch. Melanie Erd von NaKu erklärt: „Die Naku-Sackerl sind auf jeden Fall für die Kompostierung geeignet. Sie sind genau dafür konzipiert und von unabhängigen Prüfeinrichtungen getestet. Die für eine normale Verrottung notwendige Temperatur von ca. 60 °C wird in jeder professionellen Kompostieranlage erreicht.“
Biodora verfolgt eine weiter reichende, aber ebenso ökologisch vertretbare Philosophie. Bettina Sprengnagel, Marketing- und Sales-Chefin von Biodora Austria, erklärt, dass die biologische Abbaubarkeit von Bio-Kunststoffen von zahlreichen Faktoren abhängt: der Bio-Kunststoffart, der Wandstärke des Produktes, der Temperatur im Kompost, der Feuchtigkeit, den Bakterien und vieles mehr. „Durch das Kompostieren der Bio-Kunststoffprodukte geht allerdings all die Energie, die in die Herstellung des Produktes aufgewendet wurde, verloren. Deshalb haben wir das Biodora-Recyclingprogramm eingeführt“, beschreibt Sprengnagel die Überlegungen. „Unsere Kunden haben die Mög­lichkeit, das Biodora-Produkt bei allen teilnehmenden Händlern zurückzugeben. Dieses wird einem neuen Produktions­kreislauf für Industrieprodukte beigeführt. Somit kann dem alten Biodora-Produkt ein zweites Leben geschenkt werden.“

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