Mama, ich will in den Kindergarten!

Der Kindergarten gilt nicht nur als Erleichterung der Kinderbetreuung bei berufstätigen Eltern, sondern ihm wird auch ein hoher pädagogischer Wert zugesprochen – höherer Bildungsgrad und höheres Einkommen durch Kindergartenbesuch.

Alyssa Schneebaum vom Institut für Makroökonomie der WU Wien untersuchte gemeinsam mit ihrem Co-Autor Pirmin Fessler die sozioökonomischen Effekte des Besuchs eines Kindergartens. Dabei zeigte sich: Kindergartenkinder haben im späteren Leben durchschnittlich 0,4 Jahre mehr Bildung – fast ein halbes Jahr. Zudem erhöht sich die Wahrscheinlichkeit auf einen akademischen Abschluss um fünf Prozentpunkte und damit auch das spätere Einkom-men im Vergleich zu jenen Kindern, die keinen Kindergarten besucht haben.
Seit dem Kindergartenjahr 2010/2011 ist der halbtägige Kindergartenbesuch für Kinder ab fünf Jahren von September bis Juni (mit Ausnahme der Schulferien) verpflichtend. Mit Be-ginn des Kindergartenjahres 2016/2017 werden Eltern vorab zum Elterngespräch eingeladen.
Schneebaum untersuchte, welche sozioökonomischen Effekte der Kindergartenbesuch mit sich bringt. Dabei zeigte sich, dass diesem aus gesamtgesellschaftlicher Perspektive eine tragende Rolle zukommt. So ergeben sich sowohl eine Vielzahl positiver Effekte für die Kinder, deren Chancen auf das Erreichen eines höheren Bildungsniveaus mit dem Kindergartenbesuch steigen, als auch zahlreiche gesamtgesellschaftliche Vorteile.

Höherer Bildungsstand, höheres Einkommensniveau

Die Studie der WU-Forscherin zeigt, dass ein Kindergartenbesuch die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person einen Hoch-schulabschluss macht, um rund fünf Prozentpunkte steigert. Durchschnittlich führt der Besuch zu 0,4 Jahren mehr Bildung und in weiterer Folge auch zu rund sieben Prozent mehr Entlohnung. Zudem arbeitet eine Person durch den Kindergartenbesuch mit einer fünf Pro-zent höheren Wahrscheinlichkeit Vollzeit als eine Person, die keinen Kindergarten besucht hat. Um zehn Prozent steigt auch die Chance, dass die Mutter bezahlter Arbeit nachgeht. Es gibt auch weitere Hinweise darauf, dass besonders Migranten vom Kindergarten profitieren und, dass die Einkommensverteilung im oberen Bereich dadurch gleicher wird, weil besonders mittlere Einkommensschichten profitieren.

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