Was Frauen wirklich wollen

Am 8. März sollten sich nicht nur Frauen fragen, wie es eigentlich um ihre Rechte steht, ob wir das „Binnen-I“ tatsächlich brauchen oder ob vielleicht mittlerweile sogar Männer eine eigene „Emanzipationsbewegung“ benötigen.

Zwanzig Jahre nach der 4. World Conference of Women, die 1995 im chinesischen Peking stattfand, zeigt der Report „Beijing+20“, dass sich die Lage der Frauen – global betrachtet – nicht wesentlich verbessert hat. Dabei haben sich die Mitglieds-staaten des United Nations Economic and Social Council (ECOSOC) vor zwei Jahr-zehnten darauf verständigt, die Implementierung der Frauenrechte weltweit voranzutreiben. Passiert ist allerdings nicht viel. Vielmehr sind sogar noch Themen hinzugekommen, verdeutlicht Mag. Manuela Vollmann, Geschäftsführerin des Non-Profit-Unternehmens abz*austria, das sich über Österreichs Grenzen hinweg für die Gleichstellung am Arbeitsmarkt und in der Wirtschaft stark macht: „Eine Thematik, die zunehmend Probleme bereitet, ist die Prekarisierung der Arbeit – also die stetige Zunahme der Zahl von Arbeitsplätzen mit zu geringer Einkommenssicherheit. Und es sind vor allem Frauen, die einer Arbeit nachgehen, mit der sie ihre Existenz nicht bestreiten können.“

Frauen-Politik

Diese, wie Vollmann sagt, „schockierende Tatsache“ trifft nicht etwa (nur) auf so genannte Low Income Countries zu, sondern sehr wohl auch auf westliche Staaten. Und Österreich ist dabei ein, wenn man so will, besonders gutes Negativbeispiel, schließlich liegen wir europaweit an vorletzter Stelle, was die Einkommensschere anbelangt. „Das ist eine Schande“, so die abz*austria-Geschäftsführerin. Immer noch machen hierzulande also Männer Karriere, während die Frauen zu Hause bleiben und/oder vermehrt Teilzeitjobs nachgehen. Derartigen Typisierungen müsse gegengesteuert werden, fordert Vollmann, die sich aber sehr wohl auch der Tatsache bewusst ist, dass „die Politik leider nur wenige Möglichkeiten hat, hier hart einzugreifen. Immerhin werden wir von Wirtschaftlichkeit und großen Konzernen regiert.“