Reich mit Lehre?

Ein schnelles Auto, ein schickes Haus und mehrere Urlaubsreisen im Jahr oder täglich eine warme Mahlzeit und ein Glas sauberes Wasser – was „reich“ ist und was nicht, hängt – wie so oft – von der Betrachtungsweise ab.

Was in modernen Industrieländern als „reich“ oder zumindest „wohlhabend“ gilt, wird meist durch das gesellschaftliche Wertesystem definiert, denn eine klare Formel dafür gibt es nicht und würde wohl eher in einer philosophischen als einer ökonomischen Diskussion münden. US-amerikanische Banken stufen zum Beispiel all jene, die eine Million Dollar besitzen, als reich ein. Doch: Nur Bares ist Wahres, denn Immobilienbesitz zählt hier nicht dazu. Die Finanzplattform Investopia setzt ihren Maßstab zwischen einer und fünf Millionen Dollar an, wer hier noch um den Faktor 10 erhöhen kann, darf sich zu den so genannten UNHWI zählen – Ultra High Net Worth Individuals – den Reichsten der Welt. Doch wie sieht der Weg dorthin aus und haben Lehrlinge überhaupt je eine Chance, den Olymp der Wohlhabenden zu erklimmen?

Das erste Selbstverdiente

Ob Bäcker, Schweißer oder Hotelfachkraft – während der Lehrzeit sind die Verdienstmöglichkeiten grundsätzlich für alle Lehrlinge recht ähnlich. Im ersten Lehrjahr steigt man mit rund 500 Euro pro Monat ein, die Summe erhöht sich dann bis zum vierten Lehrjahr im Schnitt auf 1500 Euro. Die Höhe dieser so genannten „Lehrlingsentschädigung“ ist in der Regel durch den Kollektivvertrag geregelt und nach Lehrjahren gestaffelt. Eine gute Übersicht über alle Lehrberufe bietet hier das AMS Berufslexikon, das zu jedem Lehrberuf und Lehrjahr die passenden Beträge auflistet. Ist in einem Lehrberuf keine kollektivvertragliche Lehrlingsentschädigung vorgesehen, so muss die Höhe im Lehrvertrag vereinbart werden. Wesentlich auf dem Weg zum „Reichtum“ scheint also nicht die Höhe der Entlohnung während der Lehrjahre zu sein, sondern die Einstiegsgehälter danach. Auch hier bietet das AMS mit seinem Gehaltskompass ein praktisches Onlinetool, das nach Branchen und Summen ein „Best of“-Ranking der rund 1.800 Berufe erlaubt.