SMARTPHONE – Fluch oder Segen?

Mobile Devices zählen heute zu den ständigen Begleitern der  „Always on Generation“. Ob jung oder alt und von früh bis spät: Sie erinnern ans Aufstehen, organisieren den Tag, geben Auskunft über Weg und Wetter, bringen Spaß in Arbeitspausen und helfen sogar bei Fragen der Ernährung, Fitness oder Partnerwahl.


Betriebe, die ihren jungen Mitarbeitern heute nicht alle Möglichkeiten offenhalten, in einer digitalisierten Arbeitswelt zu agieren, müssen sich langsam um Nachwuchs Sorgen machen. Eine Einschränkung bei der Nutzung von Devices oder Programmen wird kaum toleriert, denn   die digitalen Schweizermesser sind zum wichtigsten Lebensbegleiter geworden. Was im Job nicht wegzudenken ist, ist in Schulen und Bildungseinrichtungen noch nicht angekommen. Kaum ein anderes Thema polarisiert zwischen Schülern, Lehrern und Eltern so leidenschaftlich, wie „Handys in der Schule“. Die meisten – selbst technische Schulen oder welche mit Laptopklassen – reagieren dabei oft sehr eindeutig: mit einem Verbot.
Tafel und Kreide. So hat etwa der deutsche Verband der Digitalbranche Bitkom im Jahr 2015 in einer Umfrage erhoben, dass die Mehrheit der Schüler zwischen 14 und 19 Jahren, nämlich 84 Prozent, das Handy im Unterricht nicht benutzen darf. Fast jeder fünfte Schüler berichtet sogar von einem generellen Handyverbot, auch in den Pausen. Auch wenn im Privatleben der Schüler Internet, PC und Smartphone zum Alltag gehören, macht scheinbar die technische Entwicklung für den Unterricht häufig vor den Schultoren halt. Aus  früheren Untersuchungen geht hervor, dass hier nicht die Lehrer die Bremser sind, jedoch in den Schulen grundsätzlich  ein Manko an tech-nischer Ausstattung auffällt.
Es fehlt an digitalen Lehrmitteln, Tafel und Kreide gehören in den meisten Klassen immer noch zum einzigen Basisequipment. Und das, obwohl ein eigenes Mobiltelefon hierzulande mittlerweile zur Standardausstattung von Jugendlichen gehört. Aus der deutschen JIM-Studie geht hervor, dass 99 Prozent der über  14-Jährigen ein eigenes Handy besitzen, bei den 12- bis 13-Jährigen sind es 92 Prozent. Smartphones verbreiten sich unter Teenagern rasant: 72 Prozent besitzen ein solches Multimedia-Handy mit Internetzugang, dreimal so viele wie noch 2011. Für Österreich existieren keine derartigen Daten, sie dürften aber weitgehend übertragbar sein.