Ökologisch leben lernen

Müll trennen, Energie sparen oder sein eigenes Biogemüse anpflanzen – um für die Ära der Postwachstumsökonomie gerüstet zu sein, benötigen wir ein umfassendes Set an Wissen und Fertigkeiten. Doch wo kann das gelernt werden?


Ausbildungen und Kurse sind meist zwei Schwerpunkten zuzuordnen: Der weitaus größte Teil sind Ausbildungen, die zu einem  Beruf führen oder ein berufliches Fort-kommen ermöglichen sollen, wie etwa Schulabschlüsse oder Lehrberufe. Sie  finden an privaten und öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Universitäten, Fachhoch-schulen oder in Fortbildungskursen statt. Der andere, kleinere Teil, der oft von Volkshochschulen, Vereinen oder privaten Initiativen abgedeckt wird, sind Hobbykurse oder Angebote, die  private Interessen abdecken.
„Ein dritter Schwerpunkt wäre jedoch wünschenswert, nämlich Kurse, die Fähigkeiten vermitteln, die für einen ökologischeren Lebensstil benötigt werden“, sagt Mag. Franz Jedlicka, Postgraduate Soziologiestudent in Wien mit dem Schwerpunkt nachhaltiger Alltag.

Szenarien für ein Später. Es gibt einige Zukunftsszenarien, die das Wirtschafts-wachstum als jenes Credo verurteilen, das letztlich die Umwelt  zerstört. Bereits vor rund fünfzig Jahren veröffentlichte der Club of Rome einen Bericht mit dem Titel „Die Grenzen des Wachstums“ und wer die wissenschaftliche Diskussion um Ressourcen-knappheit verfolgt, erkennt meist, dass die Argumentation unverändert geblieben ist: Der Mensch verbraucht insgesamt zu viele Ressourcen. Nach „Peak Oil“ – jenem Zeitpunkt, ab dem die Ölförderung ihr Maximum erreicht hat – wird es irgendwann ein „Peak Everything“ geben – jenen Zeitpunkt, an dem die meisten Rohstoffe auf der Erde nicht mehr vorhanden oder abbaubar sein werden.
Szenarien, wie es anders gehen könnte, sind von Wissenschaftlern schon durchdacht, wie etwa die Postwachstumsökonomie, eine Ära in der die Wirtschaft nicht mehr wächst, oder das Degrowth, in dem das Wachstum sogar noch zurückgeht. Die deutschen Feministin Frigga Haug hat mit der „Vier in Einem Perspektive“ ein Lebens-modell entworfen, das neben der (Teilzeit-)Erwerbsarbeit die drei Bereiche reproduktive Arbeit wie Familie, Haushalt und Pflege, kulturelle Arbeit und politische Arbeit umfasst.