SERIE: Technik- und Umweltausbildungen

Zwei Jahre sind genug

Was tun nach der Matura? Wem ein Universitäts- oder Fachhochschul-Studium zu lang erscheint, ein direkter Berufseinstig aber zu schnell daherkommt, der kann seine Allgemeinbildung im Rahmen eines Kollegs berufsbildend erweitern und entsprechend spezialisieren.

An vielen berufsbildenden höheren Schulen – manchmal auch an anderen öffentlichen bzw. privaten Ausbildungsstätten – werden sogenannte Kollegs geführt. Sie setzen in der Regel die Matura (oder vergleichbare Schul- oder Berufsausbildung) voraus, sind meist auf vier Semester (Vollzeitstudium) ausgelegt und bieten eine sehr spezialisierende, praxisorientierte Ausbildung an. Am größten ist das Kolleg-Angebot im technischen Bereich, denn es reicht von der Elektrotechnik bis zur elektronischen Datenverarbeitung, von der Bau- bis zur Umwelttechnik.
Das Kolleg setzt ein Alter von 18 Jahren sowie eine AHS-Matura, BHS-Reife- oder Diplomprüfung, Studienberechtigungsprüfung oder eine Berufsreifeprüfung voraus. Der Unterricht ist schulähnlich organisiert, Schularbeiten gehören ebenso dazu wie eine Anwesenheitspflicht, und es richtet sich auch terminlich am regulären Schuljahr aus. Das heißt, das Kolleg beginnt Anfang September und schließt Ende Juni ab. In der unterrichtsfreien Zeit ist dann ein mindestens achtwöchiges einschlägiges Praktikum zu  absolvieren.
Aufgrund der praxisnahen Spezialisierung erhöhen sich die Berufseinstiegschancen vor allem für AHS-Absolventen signifikant. Aber auch für Berufstätige oder zum Beispiel Absolventen von Lehre und Matura, die bereits in einem Beruf Fuß gefasst haben und sich weiter spezialisieren wollen, bietet das Kolleg eine gute Basis für neue Entwicklungs- bzw. Karrierechancen. Manche der Ausbildungsangebote werden speziell für diese Zielgruppe auch (oder ausschließlich) berufsbegleitend angeboten. Dadurch erhöht hat sich allerdings die Studiendauer auf sechs Semester.
Kolleg-Ausbildungen enden mit einer Diplomprüfung. Mit dem erfolgreichen Abschluss eines Kollegs erhält man berufliche Berechtigungen gemäß Gewerbeordnung bzw. Ingenieurgesetz.