Wie wir 2030 lernen: Mit intelligenten Maschinen!

Im Gespräch mit dem New Yorker Zukunftsforscher Elliott Masie über die Folgen der Personalisierung und Digitalisierung des Lernens.

Am Dienstag, 24. Jänner 2017, hält der weltweit anerkannte Analyst und Futurist Elliott Masie seine Keynote „Learning Trends, Shifts & Disrupters!“ auf der LEARNTEC 2017 in Karlsruhe. Wenn er mit seinen Visionen Recht behält, dann stehen wir bald ganz selbstverständlich auf digitaler Ebene weltweit mit genau den richtigen Ansprechpartnern in Kontakt, die uns bei Problemen unterstützen können. Im Interview erklärt Masie unter anderem, wie intelligente Maschinen den Wissensbedarf jeder Person exakt ermitteln und aus Tausenden von Dokumenten genau den richtigen Content bereitstellen können.

Mr. Masie – wie lernen wir im Jahr 2030? Werden wir alle mit 3D-Brillen herumsitzen und uns in komplett virtuellen Lernumgebungen bewegen?
Zuallererst möchte ich betonen, dass sich Technologien so schnell verändern, dass eine verbindliche Aussage über die nächsten zwei Jahre hinaus nicht möglich ist. Was ich aber mit Gewissheit sagen kann: Lernen wird spannend sein und sich von  heutigen Konzepten stark unterscheiden.

Könnten Sie das näher erläutern?
Wir werden Wissen zunehmend aus der Cloud beziehen. Die Art und Weise, wie wir Wissen erwerben und teilen, wird sich grundlegend verändern. Es wird überall zugänglich sein. Wenn beispielsweise eine Problemstellung auftritt, die im Kollegenkreis nicht gelöst werden kann, so kann der Mitarbeiter auf digitaler Ebene direkt eine Frage stellen und erhält sofort eine maßgeschneiderte Antwort.

Ist das die „Personalisierung des Lernens“ von der Sie sprechen?
Ja, schauen wir uns als Beispiel eine Weiterbildung für Marketing-Manager an. Ein-steiger werden viel mehr Grundlagenwissen benötigen als Marketing-Experten, die den Job seit 30 Jahren ausüben oder über entsprechende Hochschulabschlüsse verfügen. Das ist bekannt. Der neue Aspekt betrifft die Wissensquellen: Anstatt nur zwei oder drei Artikel zu einem Thema haben die Teilnehmer Zugriff auf Zehntausende von Artikeln und Grafiken. Künstliche Intelligenz wird Ihnen und mir ganz unterschiedliche Antworten  bereitstellen, denn wir unterscheiden uns stark darin, welche Inhalte wir benötigen, wie wir lernen und wo unsere Wissenslücken sind.