Kleine Marathons sind besser!

Wer kennt sie nicht, die Läufermassen in Berlin, New York und Wien, die sich zu Zigtausenden am Start in Bewegung und dann stundenlang durch die Stadt wuseln, um mehr oder weniger  erschöpft dann nach 42 Kilometern die Ziellinie zu überqueren. Es gibt Besseres.

Keine Frage, die großen Stadtmarathons haben ihr ganz eigenes Flair: ein Teil einer großen Bewegung oder Masse zu sein, hat schon immer Menschen angemacht. Aller-dings kann das Gemeinschaftserlebnis auch ganz schön stressig werden. Ellbogen-checks, Drängeleien, ein Schubser an die Gehsteigkante etc. sind noch die harmloseren Auswüchse von übermotivierten Lauffanatikern. Welcher Läufer kennt sie nicht, die elendslangen Warteschlangen vor den WCs beim Start, oft auch schon am Vortag bei der Marathonmesse. Für all das bezahlt man auch noch deutlich mehr als bei kleineren Veranstaltungen. Eigentlich sollte man für die Schinderei ja Geld bekommen, denn Sponsoren gibt es meist genug!
Aber das alles muss ja nicht sein. Wer sich schon mit anderen messen muss, um sein Ego zu befriedigen oder beim Firmenlauf nicht als illoyaler Sportmuffel dazustehen, sucht sich halt eine Veranstaltung mit weniger Teilnehmern und man macht die überraschende Erfahrung: alle sind ganz entspannt. Kein Stress, keine Drängelei für eine Startposition weiter vorne, keine lange Wartezeit vor den Toiletten. Und das Schönste dabei ist: meist ist die Verpflegung viel besser und die Organisation ausge-sprochen nett bis familiär. Wer trotzdem wettkampforientiert ist,  hat auch einen Vorteil, denn durch das kleinere Teilnehmerfeld rennt man viel eher ins Spitzenfeld. Ein Beispiel dafür ist etwa der Marathon Anfang November in Rauchwart, einem kleinen Ort im Burgenland. Da gab es beim heurigen Marathon gerade einmal 80 Finisher, dazu wurde noch ein Halb- und ein Achtelmarathon angeboten. Bei den Herren gewann der Österreicher Niklas Kröhn in 2 Stunden 41 Minuten, bei den Frauen Andrea Tahedl in 3 Stunden 39. Gute Zeiten allemal, aber nicht solche, wo man als Hobbyläufer niemals hinkommen würde.