Touristische Hardware plus Emotion

Österreich ist und bleibt ein Tourismusland, das nichts an Attraktivität eingebüßt hat. Im Gegenteil: Die Tourismus-Zahlen steigen nach wie vor und das Bild, das Österreich im Ausland abgibt, ist ein durchwegs positives. Doch was braucht es für die nähere Zukunft, um den guten Ruf beizubehalten? Welches Angebot wird erwartet und was müssen unsere Tourismusexperten können?

In den vergangenen Jahren prägte ein Faktor die Veränderungen in der Tourismus-branche ganz besonders: das Internet. Nicht nur die Recherche über geplante Reisen findet im Netz statt, auch die Buchung selbst und nicht zuletzt die Empfehlungen, denn Bewertungsplattformen haben längst einen neuen Status erreicht. Während den Urteilen von Fremden früher misstraut wurde, ist heute auf Bewertungen viel Verlass, denn unwahre, manipulative Beurteilungen werden von anderen Kommentaren flugs widerlegt. 

„Dass Bewertungen im Internet sehr ernst genommen werden, halte ich für durchaus nachvollziehbar, denn die Informationen stammen jeweils von Menschen mit ähnlichen Urlaubsansprüchen“, sagt dazu Mag. Ulrike Rauch-Keschmann, Leiterin der Unternehmenskommunikation der Österreich Werbung. „Glaubwürdige Informationen im Internet gelten längst als höchstes Gut und falsche werden enttarnt. Das System der Bewertungen hat sich selbst reguliert und seriöse Plattformen etablieren sich.“

Zeit ist Geld. Während das Internet als größter Trend der letzten Jahre gilt, dem mo-derne Tourismusbetriebe, aber auch Tourismusverbände längst folgen, geht damit auch ein neuer Zeitmechanismus einher. „Der Buchungszeitpunkt ist immer mehr nach hinten gerutscht“, weiß Rauch-Keschmann. „Die Gäste buchen kurzfristiger, knapper vor dem Urlaub, wetterabhängig und flexibler.“ 

Die neue Flexibilität sowie die Digitalisierung bringen mit sich, dass entgegen früheren Jahren, als im Winter automatisch ein Skiurlaub gebucht wurde, heute alles möglich ist. So haben sich Fernreisen in die Wärme als Alternative zum Skiurlaub bestens etabliert.