Handeln statt reden!

Das fordert die neue Vorsitzende des Verbandes Sozialistischer StudentInnen VSSTÖ, Katrin Anna Walch, von der Regierung. Im Gespräch mit ZukunftsBranchen kritisiert sie vor allem die Finanzierungslücken am Hochschulsektor und zu viele 
Hürden für motivierte Studierende.

Gratulation, Sie sind seit Sommer neue Vorsitzende des VSSTÖ. 
Was steht auf Ihrer To-do-Liste ganz oben?

Ganz oben steht die soziale Absicherung der Studierenden. Diese hat sich in den letzten Jahren leider nicht verbessert: Im Gegenteil! Steigende Preise fürs Wohnen oder den öffentlichen Verkehr stehen schrumpfenden Beihilfen gegenüber. Immer mehr Studierende müssen neben ihrem Studium arbeiten gehen – der Großteil weit über klassisches „Jobben“ hinaus. Dass hierbei weniger Zeit fürs Studium bleibt, ist selbsterklärend.

Wenn Sie drei Wünsche an den für Hochschulen zuständigen 
Minister Reinhold Mitterlehner hätten, welche wären das?

Mein größter Wunsch an den Minister wäre, dass er sich endlich für uns Studie-rende stark macht und für echte Verbesserungen an den Hochschulen sorgt. Dazu gehören u.a. eine echte Ausfinanzierung aller Hochschulen, Abschaffung der Studiengebühren vor allem der doppelten Studiengebühren für Studierende aus Drittstaaten sowie eine qualitativ hochwertige Forschung und Lehre.


Die dringendsten Forderungen an die Regierung bzw. deren Versäumnisse?

Endlich handeln statt reden! Aktuell hat man das Gefühl, dass die Koalition sich gegenseitig nur blockiert. Große Reformen bleiben aus und man gibt sich zu schnell mit schwachen Kompromissen zufrieden, die jegliche sozialdemokratische Handschrift vermissen lassen. Da wünsch ich mir vor allem mehr Durchsetzungsfähigkeit von Seiten der SPÖ.

Wie stehen Sie zum freien Hochschulzugang bzw. Studiengebühren?

Zugangsbeschränkungen, in Form von Aufnahmetests, diskriminieren vor allem Studierende aus sozial schwächeren Schichten. Dasselbe gilt auch für Studien-gebühren. Auch sie stellen eine unnötige finanzielle Hürde dar, die dafür sorgen, dass Bildung in Österreich weiterhin vererbt wird und es Kinder aus bildungs-ferneren Familien seltener an Hochschulen schaffen.