Wien 2015 – Brot und Spiele

Trotz eines gigantischen Schuldenbergs von fast fünf Milliarden Euro plant Wien auch für 2015 spektakuläre Events. Nicht alle werden profitabel sein, aber über Umwege – Gastronomie, Hotellerie, Souvenirverkauf – verdient die Stadt doch gutes Geld damit.

Durchaus schwierig gestalten sich die Aufgaben für Wiens Stadtführung im neuen Jahr. Zum einen lassen immer neue Hiobsbotschaften zum Schuldenberg der Stadt die Wogen hochgehen, zum anderen wollen diejenigen, die dafür verantwortlich zeichnen, bei den Wahlen wiedergewählt werden und schließlich auch noch anhand eines gewohnt umfassenden bunten Veranstaltungsreigens beweisen, was die Stadt und ihre Väter und Mütter alles können. Laut wissenschaftlichen Analysen buttert die Stadt zwar viel an Förderungen und Infrastrukturkosten in die Eventlandschaft, doch die gesamte Wertschöpfung via Hotellerie, Gastronomie, Arbeitsplätze, Steuern und Dienstleistungsindustrie für die Organisation der Veranstaltungen rechtfertigt den Aufwand allemal.

Hehre Pläne. „Im Tourismuskonzept Wien 2015 steckt sich die Wiener Tourismus-wirtschaft ein ambitioniertes Ziel, dessen Kurzformel „100 und 1 und jetzt’ lautet“, sagen Mag. Renate Brauner, Vizebürgermeisterin und Präsidentin des Wien Touris-mus, und der Wiener Tourismusdirektor Norbert Kettner in der Einleitung zum Wiener Tourismuskonzept 2015. Gemeint seien damit eine Steigerung des Hotellerie-Umsat¬zes um 100 Millionen Euro, ausgehend vom Rekordjahr 2008 mit 487 Millionen Euro, und die Erhöhung der Nächtigungszahlen um 1 Million – ausgehend vom Rekordjahr 2008 mit 10,2 Millionen – als Jahresergebnis 2015. „Das „Jetzt’ zielt auf die inter¬natio¬nale Wahrnehmung Wiens als Destination ab, wo jeder etwas versäumt, der sie nicht gleich besucht“, ergänzen die beiden Wien-Tourismus-Verantwortlichen. 

Anhand einer Umfrage unter 11.000 Reisenden aus Zielmärkten und 550 Wien-Tourismusexperten wurden Vorschläge erarbeitet, die die Erreichung dieses hehren Ziels ermöglichen sollen. Die „Schallmauer“ von zehn Millionen Nächtigungen war für 2010 geplant. Wien hat sie bereits 2008 erreicht. Nun setzt sich die Stadt ein neues, sehr ambitioniertes Ziel.