Innovationen sichern Arbeitsplätze in der Rezession

Eine neue Studie von AIT und ZEW zu Beschäftigung und Innovation in der 
Europäischen Union – dazu wurden insgesamt mehr als 400.000 Firmen-beobachtungen aus 23 Ländern im Zeitraum 1998 bis 2010 ausgewertet.

Ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld und wirtschaftliche Stagnation haben Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Für die EU-Kommission ist die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit daher von großer Bedeutung. Eine neue Studie des AIT Austrian Institute of Technology und des Zentrums für Europäische Wirtschafts-forschung (ZEW) zeigt, dass Arbeitsplatzgewinne zu einem Gutteil auf neue Produkte und Dienstleistungen zurückgeführt werden können. Innovationen sind besonders während einer Rezession wichtig, weil Firmen durch sie Umsatzrück-gänge und damit Arbeitsplatzverluste wenigstens teilweise mit Umsätzen aus neuen Produkten kompensieren können.

Innovationen haben Auswirkung auf Arbeitsplätze. „Innovationen in Form neuer Produkte und Dienstleistungen sind der wichtigste Treibstoff für Wirtschaftswachstum und neue Arbeitsplätze. Die Zahl der Beschäftigten in innovativen Firmen wächst in allen Phasen des Konjunkturzyklus schneller als in Firmen ohne Innovationen“, so Bernhard Dachs, Senior Scientist am AIT Innovation Systems Department. 

Den Beschäftigungsgewinnen durch Innovationen stehen aber auch Beschäftigungs¬verluste entgegen. Diese sind einerseits eine Folge von steigender Produktivität, denn neue Technologien ermöglichen es, dass Unternehmen mit weniger Beschäf-

t¬igten gleich viel oder sogar mehr produzieren. Andererseits sorgen Innovationen bei bestehenden Produkten von Konkurrenten oder Vorgängerprodukten für Umsatz¬rück¬gänge und somit Beschäfti¬gungsverluste. Neue Jobs durch Innovationen sind während einer Rezession besonders wichtig: innovative Firmen können Umsatz¬rückgänge und damit Beschäf¬tigungsverluste in der Krise wenigstens teilweise mit Umsätzen aus neuen Produkten ersetzen und so den Verlust von Arbeitsplätzen in Grenzen halten. Nicht-innovative Firmen verlieren dagegen deutlich stärker an Beschäftigung. Die Effekte von Firmen¬gründungen und Firmenschließungen sind hier noch nicht berücksichtigt.