SERIE Bildungs-Trends

Teil 7: Erwachsenen-Weiterbildung

Wir lernen unser Leben lang
Mehr als die Hälfte aller Jobwechsel gehen mit zusätzlicher Aus- und Weiterbildung einher. Aber auch für eine innerbetriebliche Karriere reicht es schon lange nicht mehr, auf die Gunst der Stunde zu warten. Immer öfter wird von den Chefs persönliches Engagement – auf private Kosten – vorausgesetzt.

Die gute alte Zeit, als man in ein Unternehmen einstieg, jahrzehntelang blieb und dabei mit seiner Ausbildung Karriere machte, sind lange vorbei. Das gilt für alle Berufe, alle Hierarchieebenen und alle Beschäftigungsformen. War Weiterbildung früher eher ein Thema für die Führungskräfte, kann sich heute kaum mehr jemand dieser beruflichen Anforderung entziehen.

Die Gründe für diese Entwicklung sind vielschichtig. Zum einen hat sich die so genannte „Halbwertszeit“ des Wissens, also jene Zeit, in der vorhandenes Wissen nur noch die Hälfte wert ist, massiv verkürzt. Unser Schulwissen hat demnach nur noch eine Halbwertszeit von vielleicht 20 Jahren, IT-Wissen zum Beispiel nicht einmal mehr zwei Jahre. Zum anderen gelten Bruchstellen innerhalb der Berufs-karrieren – innerbetriebliche (unterschiedliche Positionen oder gar Berufsbilder im selben Unternehmen) wie außerbetriebliche (viel häufigere Dienstgeberwechsel als noch in der vorherigen Generation) – heute fast schon als Karriereherausforderung, weil sie Flexibilität und Aufstiegswillen vermitteln. Das eröffnet mehr Möglichkeiten, erfordert aber gleichzeitig auch das permanente Aneignen neuer Kompetenzen. Oft sind Menschen aber auch ganz einfach gezwungen, sich beruflich neu zu orientieren, weil sie nicht mehr „leistbar“ sind, nicht mehr „gebraucht werden“ oder nicht mehr in der körperlichen oder seelischen Verfassung, um ihren bisherigen Beruf noch aus¬üben zu können. „Das Bewusstsein für die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit von betrieblicher Weiterbildung ist sehr hoch“, bestätigt auch Dr. Valerie Höllinger, Geschäftsführerin des BFI Wien.