Generation „sofort“

Grenzenlose Kommunikation, unbeschränkter  Zugang zu Informationen und 24/7-Shoppen hat sich dank Google, Amazon und Facebook rasant verbreitet. Der rege Austausch findet aber nicht nur in der virtuellen Welt statt, sondern zieht einen massiven realen Warenstrom nach sich. Zusteller stehen vor neuen Herausforderungen.

Der digitale Wandel hat die Paketlogistik erfasst und das ist gut so, denn ohne inno-vative Lösungen wird das steigende Zustellaufkommen nicht zu bewältigen sein. Autos fungieren als Packstationen, Drohnen und Roboter übernehmen die Arbeit menschlicher Zusteller und innovative Verteilzentren schaffen neue Möglichkeiten, damit nicht nur rund um die Uhr eingekauft, son­dern auch ausgeliefert oder abgeholt werden kann. Das Expressgeschäft – am Morgen bestellt und am Abend geliefert – zählt dank Online-Händlern wie Amazon zu den großen Wachstumsbranchen. 

Während in Branchen wie der Pharmazie oder Autozulieferindustrie das Expressge-schäft schon immer ein zentrales Thema war, sind jetzt die Endkunden die wahren Goldesel. 

Wo bleibt der Umweltschutz? Das Wachstum des Online-Handels zeigt sich in der zunehmenden Zahl der Paketzustellungen, wie aus dem Hintergrundbericht des Verkehrsclub Österreich zum Thema „Online Handel und seine Auswirkungen auf den Verkehr“ (2014) hervorgeht: 2013 wurden rund 156 Millio­nen Pakete in Öster-reich zugestellt, das sind rund 21 Millionen mehr als noch 2009. Einen großen Anteil machen Retoursendungen aus, die bei Büchern, Musik und Videoprodukten bei rund 15 Prozent liegen, bei Schuhen und Kleidung aber rund doppelt so hoch sind. 

Dass der steigende Umsatz im Online-Handel auch die Verkehrsflüsse verändert, liegt auf der Hand: Private Einkaufsfahrten werden durch effizientere gewerbliche Lieferfahrten im besten Fall ersetzt, oft aber kommt es zu zusätzlichen Fahrten. Aus Verkehrssicht ist es prinzipiell sinnvoller, wenn ein Lieferant mehrere Haushalte beliefert, anstatt dass Kunden einzeln mit dem privaten Auto zum Geschäft fahren. Dennoch: Bei den Zustellern sind meist Klein-Lkw im Einsatz, die eine schlechte Umweltbilanz aufweisen.