Warten, hoffen, durchhalten

Eine möglichst rasche Integration von Flüchtlingen am heimischen Arbeitsmarkt ist die wichtigste Voraussetzung für deren gesellschaftliche Integration. Wie groß aber sind ihre Jobchancen?

Je ein Drittel der Flüchtlinge, die in Österreich bleiben wollen und hier Asyl beantra-gen, kommen aus Syrien und Afghanistan. Die drittgrößte Gruppe bilden Menschen aus dem Irak. Drei Viertel von ihnen sind Männer, die Hälfte ist unter 25 Jahre alt. Ihre Eingliederung in den heimischen Arbeitsmarkt ist nicht nur Grundlage jeder Integration, sondern auch die effizienteste und letztendlich volkswirtschaftlich kostengünstigste Maßnahme zum Erhalt der sozialen Stabilität und Sicherheit. „Flüchtlinge“ stellen allerdings keine homogene Gruppe dar. Breit ist der Querschnitt ihrer beruflichen Qualifikationen, fachlichen Kompetenzen und persönlichen Potenziale, die sie mit nach Österreich bringen. Die Industriellenvereinigung hat diese Faktoren anhand von AMS-Daten analysiert und dabei grob zwei Gruppen identifiziert, erläutert Dr. Alexandra Schöngrundner, Expertin für Migration und Integration im Bereich Bildung und Gesellschaft in der Industriellenvereinigung: Eine kleinere Gruppe (vor allem aus Syrien, Irak und Iran), die über einen der Matura vergleichbaren Abschluss oder mehr verfügt, sowie eine zweite große Gruppe (vor allem aus Afghanistan), deren Qualifikation auf Pflichtschulniveau oder darunter liegt. Zwar bräuchten beide Gruppen dringend Sprach- und Bildungsmaßnahmen, mit jedoch jeweils unterschiedlicher Schwerpunktsetzung, so Schöngrundner: „Während bei der ersten Gruppe Tempo und Flexibilität der Maßnahmen entscheidend sind, benötigt die zweite Gruppe grundlegende und längerfristige Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen.“ 

Eine zweite, alleine aus rechtlichen Gründen notwendige Unterscheidung betrifft jene zwischen Asylwerbern und Asylberechtigten. Erstere benötigen eine Beschäftigungsbewilligung, die derzeit allerdings nur für Saisonarbeit im Gastgewerbe oder in der Landwirtschaft erteilt wird, maximal für sechs Monate. Jugendliche Asylwerber bis 25 Jahre dürfen zudem eine Lehre in sogenannten Mangelberufen absolvieren.