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Zukunftsbranchen 2009/04

 

Schneller, praxisorientierter, innovativer: Doping für eine bessere Wissenschaft


Nicht nur Sportler tun es, auch Wissenschafter greifen zunehmend zu Substanzen, die sie leistungsfähiger machen und für den steigenden Wettbewerb rüsten sollen: Gehirndoping, Brain Boosting oder Neuro-Enhancement ist der neue Trend.

Gedopte Bodybuilder, Radfahrer, Turner oder Schwimmer tummeln sich bei jedem größeren Sportevent in den Headlines der Zeitungen und lösen Kopfschütteln und vernichtende Kritiken unter Hobbysportlern wie auch Sportkollegen aus. Mittlerweile geht die Thematik des Dopings jedoch nicht mehr nur den Sport an – der letzte Trend aus den USA betrifft den intellektuellen, wissenschaftlichen Bereich: Insbesondere Studenten pushen ihre Gehirnleistung mit Medikamenten und erzielen damit tatsächlich bessere Ergebnisse. Bis zu 16 Prozent der Studenten amerikanischer Hochschulen und bis zu 10 Prozent der Highschool-Schüler sollen schon einmal Ritalin zu Hilfe genommen haben – ein Medikament, das normalerweise Kindern mit Aufmerksamkeits- störungen zu mehr Konzentration verhilft, aber eben auch „gesunden“ Menschen zu höherer Hirnleistung.
Aber auch über 90 Prozent der Abnehmer von Modasomil, einem Medikament gegen Narkolepsie, sind Schätzungen zufolge vollkommen gesund. Kein Wunder also, dass die Ritalin und Modasomil produzierenden Pharmafirmen im Verhältnis zur Zahl der diagnostizierten Krankheiten gigantische Absatzzahlen aufweisen. Ist das Überschwappen der Gehirndopingwelle auf Europa nur mehr eine Frage der Zeit?

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