Unsichtbaren Abfall sichtbar machen

Die Europäische Woche der Abfallvermeidung soll Konsumenten sensibilisieren, das Bewusst-sein in der Bevölkerung schärfen und im Dialog mit der Industrie nach gemeinsamen Auswe-gen zu suchen.


Von 21. bis 29. November 2020 wurde zum bereits zwölften Mal die European Week for Waste Reduction (EWWR, zu deutsch: Europäische Woche der Abfallvermeidung) veran-staltet. Diese von der Europäischen Kommission initiierte Aktionswoche soll Aktivitäten und Veranstaltungen zur Müllreduktion anregen und vorstellen. Seit der ersten Auflage der EWWR im Jahr 2009 haben sich 100.0000 Initiativen aus 47 Ländern beteiligt und auch im Vorjahr wurden mehr als 16.500 Aktionen eingereicht – nachzulesen auf www.ewwr.eu.

Produkte sollen länger leben. Jedes Jahr steht bei der Aktionswoche ein anderes Thema im Fokus: 2020 ist es der sogenannte „invisible waste“, also der „unsichtbare Abfall“. Damit sind die großen Mengen an Müll gemeint, die bei der Herstellung von Produkten schon anfällt bevor sie verkauft werden und folglich für die Konsumenten gar nicht sichtbar werden. Bei der Herstellung eines rund 200 Gramm schweren Smartphones etwa fallen 86 Kilogramm Abfall an. Das Problem bei unsichtbarem Abfall ist einerseits der große CO2 Ausstoß, vor allem aber auch der Umstand, dass dieser oftmals nicht recycelbar ist. All das schadet der Umwelt enorm. Erschwerend kommt hinzu, dass die hergestellten Produkte oft eine kurze Lebensdauer haben und daher mehr davon produziert werden muss, um die Nachfrage abzudecken.
Deshalb muss ein erklärtes Ziel sein, dass Produkte einfacher zu reparieren oder zu recyceln sind und damit länger „leben“. Johann Mayr, als Koordinator der ARGE Abfallwirtschaft für die österreichischen Aktivitäten zur EWWR und deren Abstimmung mit der EU und den anderen Teilnehmerländern verantwortlich, nützte die Aktionswoche auch für einen Appell: „Das diesjährige Thema des EWWR zeigt auf, dass es nicht nur sehr wichtig ist, darauf zu achten, dass die Produkte, die man kauft, kein Plastik enthalten, sondern auch den Entstehungsprozess hinter dem Produkt zu beleuchten.“

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