Mir geht’s eh gut!

Beschleunigung, Dauererreichbarkeit und nun auch verstärkt Home-Office gehören mit zur modernen Arbeitswelt. Dr. Günther Schreiber, Branchenmanager für das Gesundheitswesen bei der Quality Austria erklärt, welche möglichen Maßnahmen Mitarbeiter und Arbeitgeber gegen psychische Belastungen am Arbeitsplatz ergreifen können.


Die Corona-Pandemie hat die Arbeitswelt auf den Kopf gestellt. Büroangestellte sitzen alleine im Homeoffice und müssen sich nebenbei um die Betreuung der Kinder kümmern. Andere Mitarbeiter arbeiten noch an ihrem Arbeitsplatz, müssen während der Arbeit jedoch permanent Masken tragen. Auch die Kollegialität und das Zusammengehörigkeitsgefühl leiden unter dem Abstandhalten und der zunehmenden Distanz. Die psychischen Belastun-gen können nicht nur für Mitarbeiter schwere Folgen haben, sondern auch für die Arbeits-sicherheit und Betriebsfähigkeit des gesamten Unternehmens.

Zusammenhalt fördern. Permanente Medienberichte können Angst, Panik und ein Gefühl von Hilflosigkeit erzeugen – oder zumindest verstärken. Besonders anfällig sind jene Mitar-beiter, die auch schon vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie an Symptomen gelitten haben, denn sie könnten sich in ihren Ängsten bestätigt fühlen. Die Folge sind Rückzugstendenzen bis hin zu massiven Aggressionen. „Die Arbeitgeber sind daher gefordert, die Mitarbeiter sachlich zu informieren, sinnvolle Maßnahmen zu setzen und den Zusammenhalt zu fördern“, erklärt dazu Dr. Günther Schreiber.

Kommunikations- und Fehlerkultur.
Entdecken Vorgesetzte oder Kollegen negative Stim-mungsschwankungen bei Mitarbeitern sollte zuerst ein offenes und konstruktives Gespräch geführt werden, um die Ursachen zu ergründen. Vorgesetzte könnten in weiterer Folge die Rahmenbedingungen anpassen, also etwa die Arbeitszeit ändern, Funktionen oder Rollen befristet umstellen, Supervision beantragen etc. Auch an der Fehler- und Kommunikations-kultur kann gearbeitet werden.
 

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