Ruhepole in einer komplexen Welt

Globalisierung, Digitalisierung und Innovationen, Kriege und Friedensschlüsse tragen dazu bei, dass sich Wirtschaft, Gesellschaft und Landkarten immer öfter und rascher ändern. Dementsprechend sollten Politiker Land und Wähler sicher durch diese Turbulenzen leiten.

 

Sebastian Kurz, Emmanuel Macron und Justin Trudeau – noch vor einigen Jahren hätte man ihnen beim heiteren Beruferaten viele Jobs zugeordnet, nur einen nicht: den des Politikers. Denn in der Vergangenheit waren Politiker, zumindest in der Kategorie Minister, Kanzler, Premier oder Präsident, in der Regel meist älter, gaben sich entweder väter bzw. mütterlich – und waren nur selten modisch auf dem letzten Stand. Ganz nach dem Motto: Es gibt Wichtigeres als das Aussehen.

 

Jung und dynamisch. Dieses Bild hat sich mittlerweile geändert: Viele PolitStars der jüngeren Zeit sind jung, agil, dynamisch und optisch durchaus auch herzeigbar, rhetorisch gewandt und bestens gecoacht. Energisch bis autoritär gehen sie ihren Weg, scheinen Verantwortung zu übernehmen und positionieren sich als Macher. Und doch haben sie mit ihren Vorgängern einiges gemeinsam: „Ein Politiker braucht unverändert drei Dinge: erstens Fachkompetenz, die zur entsprechenden Funktion passt; zweitens Organisationskompetenz, weil ja vom Bürgermeister bis zum Minister ein großer Bereich mit vielen Mitarbeitern und hohen Budgetsummen verwaltet werden muss“, sagt dazu Dr. Peter Filzmaier, Professor für Demokratiestudien und Politikforschung an der DonauUniversität Krems und für Politische Kommunikation an der KarlFranzensUniversität Graz.

 

Das gelte für Klubobleute im Parlament oder Landtag genauso. Nur der einzelne Parlamentsabgeordnete sei da zugegeben etwas weniger betroffen. Was aber wieder für alle gelte, sei, dass sie Kommunikationskompetenz mitbringen müssten. „Wer ein öffentliches Amt hat, ist in einer Demokratie verpflichtet, seine Arbeit laufend zu erklären. Und das ist gut so“, sagt der Politikwissenschaftler.