Prozesstechnik: Neuer Name für einen „alten“ Beruf

Der Lehrberuf der Produktionstechnik läuft mit Ende dieses Jahres aus und wird durch jenen der Prozesstechnik ersetzt. Gleichzeitig wird der Lehrberuf auf neue Beine gestellt und hat seit Mitte dieses Jahres ein moderneres Gesicht.


Prozesstechniker planen den Einsatz von Werkzeugen und Vorrichtungen auf Fertigungsmaschinen und Fertigungsanlagen. Sie lesen Arbeitsanweisungen und Ablaufpläne, rüsten die Fertigungsanlagen und überwachen die oft rechnergestützten (computergesteuerten) Anlagen und Produktionsprozesse. Sie stellen die Maschinen und Anlagen ein, beschicken sie mit den erforderlichen Roh und Hilfsstoffen – je nach Branchenschwerpunkt und zu produzierendem Produkt – und führen Prozesskontrollen durch. Bei eventuellen Störungen und Fehlern greifen sie ein und nehmen die notwendigen Umstellungen und Anpassungen vor. Außerdem überwachen sie die Produktqualität und sorgen für die regelmäßigen Instandhaltungsarbeiten und die Wartung von Werkzeugen, Maschinen und Anlagen.

Industrie mit 16 % Frauen.
Prozesstechniker arbeiten in Betrieben unterschiedlicher Branchen, in denen teil und vollautomatische Fertigungsmaschinen und anlagen verwendet werden. Sie sind zum Beispiel im Metall, Elektro und Kunststoffbereich, in der Nahrungsmittelbranche oder in der chemischen Industrie tätig.
Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Das kollektivvertragliche Bruttoeinkommen beginnt im ersten Lehrjahr mit 670, bis 959, Euro, je nach Gewerbe. Die Entschädigung steigt im zweiten Lehrjahr auf 850, bis 1.198, Euro, danach auf 1.080, bis 1.536, Euro und im vierten Jahr schließlich auf 1.170, bis 1.728, Euro. Prozesstechniker arbeiten in Werk und Produktionshallen von Gewerbe und Industriebetrieben unterschiedlicher Branchen mit Berufskollegen sowie mit verschiedenen Fach und Hilfskräften zusammen. In größeren Betrieben können Prozesstechniker durchaus Karriere machen. Mit Weiterbildungskursen und eventuell Zusatzqualifikationen steht Positionen als Vorarbeiter, Werkmeister, Montageleiter oder Lehrlingsausbildner nichts im Wege.