Warum es keinen Plan B braucht

Vom Schulabbrecher zum gefeierten Künstler – warum es nicht brotlos ist, Musik zu machen und wie man als Nachwuchsstar die Kunstszene erobern kann.

Es ist eine ungewöhnliche Geschichte aus der Berliner Kunstszene: Schon in jungen Jahren lebt Kolja Brand seine kreative Ader viel lieber aus, als seine Zeit im Klassenzimmer zu ver-bringen. In kürzester Zeit bringt er sich selbst das Klavierspielen bei. Mit 18 folgt dann kur-zerhand die Entscheidung, sich ohne Schulabschluss ganz der Musik zu widmen. 2017 erweitert er sein kreatives Potenzial um seine zweite Leidenschaft, die bildende Kunst – mit durchschlagendem Erfolg.
In nur wenigen Jahren und trotz Corona schafft der gebürtige Berliner es, sich am Markt zu etablieren. Und das, obwohl man Künstlern gerne nachsagt, mit ihrer „brotlosen Kunst“ finanziell oft auf der Strecke zu bleiben – vor allem in einer Großstadt wie Berlin, in der der Konkurrenzdruck besonders hoch ist. Heute verkauft Brand unter dem Künstlernamen Kobransky seine bekannten Kunstwerke in die ganze Welt – so nach Hongkong, Monaco, New York, London oder Berlin. Ihm wurde auch schon mal in spektakulärer Manier ein Bild gestohlen.

Zuerst die Musik. Zu Beginn seiner Karriere wollte Brand selbst noch kein Künstler, sondern Musiker werden. Mit etwa 15 Jahren begann er damit, sich das Klavierspielen über YouTube-Videos beizubringen. Das inspirierte ihn zu seinem ersten großen Ziel: dem Komponieren von Filmmusik. Als Vorbild dafür diente ihm der bekannte Komponist Hans Zimmer, der die Musik für viele weltbekannte Filme schrieb.
Bei einer genaueren Analyse des Lebenslaufes von Hans Zimmer stellte Brand fest, dass die-ser mehrfach die Schule abgebrochen hatte und seinen Lebensweg trotzdem sehr erfolgreich gestalten konnte. Also verschob auch Brand seine Kapazitäten mehr auf das Musikschreiben, was prompt abfallende Leistungen in der Schule zur Folge hatte. Da er zum Ende der Schulzeit nicht an den Abschlussprüfungen teilnahm, hat er bis heute keinen offiziellen Schulabschluss. Stattdessen konzentrierte er sich voll auf das Schreiben von Musik.

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