Mitarbeiter dringend gesucht!

Die Wintersaison steht wieder vor der Tür. Doch wie schon im Sommer haben Tourismusbetriebe Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen.

Johannes Pfefferkorns Programm für den Abend nach dem Interview steht fest: „Ich werde im Hotel Tannbergerhof von 19 bis 22 Uhr an der Rezeption sitzen.“ Dass der Geschäftsfüh-rer des Vier-Sterne-Hotels sowie des Fünf-Sterne-Hauses „Die Krone“ von Lech die Abend-schicht übernimmt, hat einen guten Grund: Mitarbeitermangel. „Die Lage schaut katastro-phal aus – auch in Hinblick auf die kommende Wintersaison“, erzählt der Hotelier.
Aktuell werde noch etwa ein Viertel der Mannschaft, die insgesamt 130 Mitarbeiter umfasst, gesucht. „Sie fehlen in allen Bereichen, aber besonders im Service und in der Küche ist es ein Riesenproblem“, sagt Pfefferkorn.

Gut gebucht, kein Personal. Mit dem Mitarbeitermangel steht er nicht allein da: Allein in Lech seien Mitte Oktober rund 1.600 Stellen, und damit fast 40 Prozent der Jobs, offen gewesen. Ähnlich sieht es in vielen anderen Wintersportgebieten aus. Daher schlagen auch Christoph Walser, Präsident der Wirtschaftskammer Tirol, und Manfred Hautz, Obmann der Bezirksstelle Kufstein, Alarm: „Speziell jetzt zu Beginn der Wintersaison spitzt sich die Lage zu“, so Walser. Und Hautz warnt: „Wir laufen trotz guter Buchungslage Gefahr, unser Angebot weder quantitativ noch qualitativ halten zu können.“
Ganz neu ist das Problem des Fachkräftemangels im Tourismus nicht, schon seit Jahren klagt die Branche regelmäßig darüber. Schwer planbare Arbeitszeiten, unklare Arbeitszeitregelungen, Saisonarbeit, eine oft unzureichende Work-Life-Balance und nicht zuletzt die schlechte Bezahlung sind in diesem Zusammenhang oft als Gründe für die zunehmende Unattraktivität der Branche zu hören.
Das Argument der schlechten Bezahlung lässt Pfefferkorn nicht gelten: „Ein Rezeptionist verdient nach der Ausbildung im ersten und zweiten Berufsjahr 2.100 Euro brutto, im dritten 2.306 Euro brutto. Das Einstiegsgehalt für einen ausgelernten Koch liegt bei 2.150 Euro brutto, aber die Wahrheit ist, dass man unter 2.000 Euro netto gar keinen ausgelernten Koch findet“, so der Hotelier.

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