„Let the sunshine in!“

Geht es nach den Grünen, soll zur Bewältigung der Klimakrise jedes zweite Dach in Österreich mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet werden. Experten halten die Umsetzung dieses Plans für durchaus bewältigbar.


Die Ziele sind hochgesteckt: Bis 2030 will Österreich den Anteil erneuerbarer Energie am Bruttoendenergie-verbrauch von derzeit 33,5 Prozent auf einen Wert von 45 bis 50 Prozent anheben. Darüber hinaus soll dann auch der Gesamtstromverbrauch zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen im Inland gedeckt werden. So steht es zumindest in der #mission2030, der nationalen Klima- und Energiestrategie. Als einer der Eckpfeiler in der türkis-blauen Energiestrategie galt das 100.000-Dächer-Programm, also die deutliche Forcierung des Photovoltaik-Ausbaus. Dieses Ziel wollen die Grünen noch toppen. Geht es nach ihnen, soll bis zum Jahr 2030 jedes zweite Dach in Österreich eine Photovoltaik-Anlage tragen. Zwei Millionen Gebäude gebe es in Österreich, angesichts von Denkmalschutz, Stadtbild- und Verschattungsfragen lande man bei vorerst einer Million Dächer, so die Grünen.
In Österreich sind derzeit 1.438 Megawattstunden Photovoltaik-Leistung installiert. Damit werden 2,4 Prozent des heimischen Gesamtstromaufkommens aus PV-Anlagen gedeckt. Den höchsten Anteil an Photovoltaik-Anlagen in Österreich weist übrigens die kleine Vorarlberger Gemeinde Warth auf: Jeder siebente Haushalt verfügt dort schon über eine PV-Anlage. Die Gemeinde mit der höchsten installierten Leistung pro Kopf ist Mettersdorf in der Südsteiermark. Vergleicht man die Bundesländer, so ist der Ausbau in Oberösterreich, in Niederösterreich, in Vorarlberg und im Burgenland am meisten fortgeschritten. In Salzburg, Kärnten und Tirol gibt es noch besonders großes Potenzial.

Noch sehr viel Potenzial.
Um das Ziel, die Stromversorgung vollständig auf erneuerbare Energien umzustel-len, zu erreichen, gilt es nach Angaben des Bundesverbands Photovoltaic Austria allerdings, eine Leistung von 15 Gigawattstunde zu erzielen. „Je nach Bundesland bedeutet das eine Versieben- bis Verzehnfachung“, sagt Dr. Herbert Greisberger, Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur NÖ (eNu).