Who cares?

Dass der Begriff „Pflegenotstand“ derzeit stark strapaziert wird, kommt nicht von ungefähr. Nach derzeitigem Stand der Dinge fehlt nicht nur das Personal für die kommende zu pflegende Generation, auch die Finanzierung ist fraglich. Pluspunkt für den Arbeitsmarkt: Pflegeberufe haben Zukunft.

Immer öfter taucht das Schlagwort Pflegenotstand in den Medien auf. Wer sich eingehend damit beschäftigt und derzeit in erwerbsfähigem Alter ist, muss sich wohl fragen, wie die letzten, womöglich pflegebedürftigen Lebensjahre aussehen werden. Das Ausscheiden der geburtenstarken Jahrgänge aus dem Erwerbsleben sorgt für einen eklatanten Engpass in Österreich, der ohne Hilfe „von außen“ wohl nicht zu überbrücken sein wird.

Zu wenig Pfleger, zu wenig Geld. Derzeit werden 84 Prozent aller alten und kranken Menschen von eigenen Familienmitgliedern zu Hause versorgt, wobei fast die Hälfte weder eine Ausbildung dafür hat noch auf Unterstützung zählen kann. Auch wenn selbstverständlich viele Männer für ihre Partnerinnen sorgen, in der überwiegenden Mehrheit der Fälle sind es Frauen, die Angehörige betreuen: Töchter, Ehefrauen, Schwiegertöchter oder Enkelinnen.
Mit steigender Frauenerwerbsquote fällt diese kostengünstige Pflegevariante freilich immer öfter weg. Verschärft wird die Lage dadurch, dass viele in der Pflege erwerbstätige Menschen demnächst selbst in Pension gehen und möglicherweise pflegebedürftig werden. Die Babyboomer-Generation hat aber selbst eine niedrigere Nachkommenzahl als die   Genera-tionen davor – noch weniger Angehörige sind also verfügbar und der Engpass wird noch dramatischer.
Doch nicht nur die Personalengpässe geben Anlass zur Sorge, auch die finanzielle Abdeckung muss schleunigst auf neue Beine gestellt werden. Bis zum Jahr 2050 sei mit einem Anstieg Pflegebedürftiger von derzeit 450.000 auf 750.000 zu rechnen, so Wirtschaftsforscher und sie rechnen weiters mit einer Verdreifachung der öffentlichen Ausgaben.

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