Es quietscht im Gebälk

Kaum scheint eine der schlimmsten Phasen der Corona-Pandemie überwunden, steht Öster-reich vor einem neuen, alten Dilemma: Der Facharbeitermangel bedroht Unternehmen und die heimische Wirtschaftsleistung. Warum gelingt es nicht, genügend Fachkräfte auszubilden oder ins Land zu holen?

Schnell änderte sich die Lage zwischen den horrenden Pandemiebedingten Arbeitslosen-zahlen und der Situation im Sommer. Eben noch waren die Medien voll von Berichten über Menschen, die Job, Einkommen Aufgabe verloren und vor dem Nichts standen. Plötzlich war das Bild ein ganz anderes: Fachkräfte fehlen an jedem Eck und    Ende, in der Gastronomie und Hotellerie, aber auch bei traditionellen Handwerksberufen. Oft war das sogar zeitgleich der Fall: Während   Unternehmen nicht wussten, wie sie ihre Mitarbeiter finanzieren sollten, suchten andere händeringend nach qualifiziertem Personal. Facharbeitermangel ist längst ein Thema, das alle betrifft und endlich schnelles Handeln erfordert.
Bitter zu spüren bekamen den Mangel dieses Jahr zum Beispiel auch all jene, die von den Hagelunwettern schwer getroffen wurden. Vor allem in Ober- und Niederösterreich zerstör-ten bis zu eigroße Hagelkörner Ernten, Gärten, Fahrzeuge und Dächer. Wer dann so rasch wie möglich den Schaden am Dach reparieren lassen wollte, erlebte oft höchst unangeneh-me Überraschungen: Nicht nur Baumaterial war und ist Mangelware, sondern auch die dafür erforderlichen Dachdecker. Viele Familien mussten wochen- und monatelang mit Provisorien auskommen und   saßen unter undichten Dächern fest. Sie erfuhren am eigenen Leib, was Fachkräftemangel konkret bedeuten kann.

Bedarf: 172.000 Fachkräfte. Margit Kreuzhuber, die stellvertretende Leiterin der Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit und Fachkräfte-Expertin der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), lässt mit besorgniserregenden Zahlen aus dem WKO-Wirtschaftsbarometer aufhor-chen: „Hier bezeichnen 75 Prozent der befragten Unternehmen den Fachkräftemangel als die größte Herausforderung der nächsten Jahre.“

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