Umweltsünder Kryptowährung

Die Ökobilanz vieler Kryptowährungen ist alles andere als gut. Der Energieaufwand für das Schürfen von Bitcoin und Co. ist enorm. Der Einsatz erneuerbarer Energien sowie neue Technologien sollen sie grüner machen.


Der Juni brachte für zwei größere Bitcoin-Miningfarmen im Iran das Aus. Sie wurden Me-dienberichten zufolge von den Behörden vor Ort geschlossen, da sie zu viel Strom ver-brauchten. Rund 1.000 Schürfrechner wurden dabei beschlagnahmt. Doch die beiden sind nur die Spitze des Eisberges: In den vergangenen Jahren und Monaten hat der günstige, weil vom Staat subventionierte, Strompreis zahlreiche Bitcoin Miner in den Iran gelockt. Der durch sie in die Höhe getriebene Energieverbrauch hat jedoch zunehmend das Stromnetz destabilisiert.

Permanent auf Hochtouren.
Denn Bitcoin, und viele andere Kryptowährungen, sind wahre Stromfresser. Die Server der sogenannten „Miner“ laufen nämlich permanent auf Hochtou-ren, um die virtuellen Münzen zu erzeugen und laufend zu authentifizieren. Dazu lösen die Rechenmaschinen komplexe kryptografische Aufgaben. Da diese jedoch ständig aufwändiger werden, hat sich allein im Jahr 2018 die für ein Bitcoin nötige Rechenleistung vervierfacht, so heißt es in einer aktuellen Studie der Universität München. Der Bitcoin Energy Consumption Index der Cambridge University beziffert den jährlichen Energieverbrauch von Bitcoin derzeit mit rund 43 Terawattstunden (Stand 28. 8. 2019). Das entspricht den Angaben zufolge dem Energieverbrauch Österreichs.
Um diesen Energiebedarf zu decken, werden jährlich rund 35 Megatonnen Kohlendioxid freigesetzt. Für eine einzige Transaktion müssen 624 Kilowattstunden Strom aufgewendet werden. Dazu werden bei jeder einzelnen Bitcoin-Überweisung rund 270 kg klimaschäd-lichen Kohlenstoffdioxids emittiert. Doch Bitcoin ist nicht der einzige Stromfresser unter den Kryptowährungen:  Der niederländische Krypto-Analyst Alex de Vries geht davon aus, dass etwa das Ethereum-Netzwerk in einem Jahr mehr Strom verbraucht als alleine der Staat Myanmar (ca. 53 Mio. Einwohner).