Es grünt so grün

Green Jobs gelten als die Arbeitsplätze der Zukunft. Kein Wunder, dass auch bei vielen Lehrberufen die Themen Umwelt und Nachhaltigkeit immer mehr in den Vordergrund rücken.


Auch der diesjährige Juli hat es wieder einmal deutlich gezeigt: Die Klimaerwärmung schrei-tet voran. Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Ressourcenschonung sind angesichts dessen dringender denn je. Green Jobs, also Berufe, die sich genau damit beschäftigen, gelten daher als Arbeitsplätze der Zukunft. Das tun mittlerweile schon viele Berufe, selbst jene, die nicht „Öko“ oder „Umwelt“ im Namen führen – von der Forschung, Technik, Chemie und Landwirtschaft bis zu Management, Recht, Energie oder dem Elektroniksektor. „Es sind in diesem Zusammenhang viele neue Berufe entstanden“, erläutert Mag. Stefan Gratzl, Leiter der Abteilung Bildung der Wirtschaftskammer Niederösterreich.

Vom Fahrrad bis zur Müllabfuhr.
Wer der Natur und Umwelt Gutes tun will, muss dafür nicht unbedingt lange die Schulbank drücken oder studieren. „Nachhaltigkeit und Umwelt-schutz sind mittlerweile ein sehr wichtiges Thema bei der Entstehung und Überarbeitung von Lehrberufen“, sagt Gratzl. Das zeigt sich etwa beim Fahrradmechatroniker, denn immer mehr Menschen setzen auf alternative Mobilitätsangebote. Jugendliche können seit September die Lehre zum Fahrradmechatroniker beginnen. Sie lernen dabei, beide Arten von Drahteseln sowie auch andere E-Fahrzeuge wie Scooter oder Hoverboards zu warten, servicieren und zusammenzubauen.
Entsorgungs- und Recyclingfachkräfte wiederum sind auf die fachgerechte Behandlung und Verwertung von Abfällen und Problemstoffen wie Altöl, Lacken oder Kunststoffen speziali-siert. Ihr Fachwissen eignen sie sich während der dreijährigen Lehrzeit an, Berufschancen gibt es bei Recyclingunternehmen, Industriebetrieben oder bei der kommunalen Müllabfuhr.
Aber auch in traditionellen Berufen wird Nachhaltigkeit verstärkt zum Thema. „In der Metalltechnik-Lehre etwa wird Materialeffizienz unterrichtet“, erzählt Gratzl. Ziel sei es, das verwendete Material so zu nutzen, dass möglichst wenig Ausschuss produziert wird.