Erde am Limit

Die nachhaltig verfügbaren Ressourcen für dieses Jahr wurden extrem früh verbraucht – Plattform Footprint, GLOBAL 2000, Greenpeace und WWF warnen vor dem Zusammenbruch unserer Ökosysteme und fordern eine Kurskorrektur.


Bereits am 29. Juli war der Welterschöpfungstag (Earth Overshoot Day): Mit diesem Datum hat die Menschheit das nachhaltige Natur-Budget unseres Planeten für dieses Jahr aufge-braucht. Die Phase der ökologischen Verschuldung wurde heuer früher erreicht als in allen Jahren zuvor. Gemeinsam mit der Plattform Footprint warnen die Umweltschutzorganisatio-nen Greenpeace, WWF und GLOBAL 2000 vor den verheerenden Folgen des Öko-Defizits.
„Niemals hat die Erdbevölkerung mehr über ihre Verhältnisse gelebt. Wir verbrauchen um-gerechnet 1,75 Erden pro Jahr. Die Übernutzung der natürlichen Ressourcen geht zu etwa 60 Prozent auf das Konto der überschüssigen CO2- Emissionen, die nicht mehr in natürliche Kreisläufe zurückgeführt werden. Sie richten einen enormen Schaden für Klima, Mensch und Natur an”, kritisieren die Umweltorganisationen. Diese höchst alarmierenden Folgen wurden zwar von der internationalen Politik bereits als Gefahr erkannt – sichtbar an Zielvorgaben wie den SDGs (Sustainable Development Goals) und den Pariser Klimazielen. Konkrete Maßnahmen und Umsetzungen fehlen allerdings nach wie vor.

Schluss mit leeren Versprechen!
Gegenüber 1990 sind die Treibhausgas-Emissionen in Österreich um 4,6 Prozent gestiegen, während sie im gleichen Zeitraum EU-weit um etwa ein Fünftel gefallen sind. „In der österreichischen Treibhausgas-Bilanz ist der Verkehr das große Sorgenkind: Die Emissionen in diesem Bereich sind seit den 90er Jahren um über 70 Prozent gestiegen. Seitens der Politik muss endlich Schluss sein mit leeren Versprechen. Wir brau-chen stattdessen konsequente und effektive Maßnahmen wie eine CO2-Abgabe mit sozia-lem Ausgleich und den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, um die Klimaziele zu erreichen”, so Volker Plass, Programm-Manager bei Greenpeace.