Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sind die Themen der Zukunft

Die Vorsitzende der Jungen Wirtschaft Wien, Barbara Havel, rät Unternehmen zwecks Alleinstellung zur Positionierung ihrer Marke im digitalen Umfeld.


Digitalisierung ist die große globale Herausforderung und damit auch für sehr viele Unternehmen. Was tut sich diesbezüglich in Wien bzw. gibt es hier Angebote der Jungen Wirtschaft?

Digitalisierung ist natürlich auch für die Junge Wirtschaft Wien ein großes Thema. Wir setzen uns unter anderem dafür ein, dass das digitale Postfach für alle kommt – derzeit steckt das ja leider noch in den Kinderschuhen. Das digitale Postfach entspricht im Grunde einem einfachen E-Mail-Postfach, mit dem Unterschied, dass es behördlich an jeden einzelnen Staatsbürger vergeben wird und dank moderner Verschlüsselungstechnologien absolut sicher ist. Es ist an eine einmalige ID geknüpft und kann ortsungebunden verwendet werden. Behördenwege können vereinfacht werden, man hat Zugriff auf alle behördlichen Schriftstücke und sensible Informationen wie zum Beispiel Arztbriefe. Über kurz oder lang führt kein Weg am digitalen Postfach vorbei. Wir können es uns nämlich gar nicht leisten, international den Anschluss zu verlieren.

Es gab kürzlich eine Veranstaltung in Wien zum Thema „Künstliche Intelligenz“. Wo sehen Sie hier Chancen oder Beispiele für heimische Firmen?

Künstliche Intelligenz (KI) ist ein überaus spannendes Thema, und in diesem Bereich tut sich auch sehr viel. Bei unserer Roadshow konnten Unternehmen Best-Practice-Beispiele präsen-tieren – das reichte etwa von einer App, die Veränderungen der Haut korrekt einschätzen kann bis hin zu einem intelligenten Sturzsensor, der einen Sturz verhindern kann. Das Potenzial ist riesig, derzeit ist der Einsatz von KI aber auch eine Frage des Budgets. Das wird sich in den kommenden Jahren sicher ändern.

Sie fordern u.a. Steuererleichterungen in der Gründungsphase eines Unternehmens sowie bei der Mitarbeiter-Gesundheitsvorsorge. Wie soll das konkret aussehen?
Junge, innovative Unternehmen müssen gefördert werden, gerade in der Gründungsphase. Die hohe Steuerquote ist am Anfang jedoch eine enorme finanzielle Belastung. Deshalb fordern wir eine Steuerbefreiung auf die ersten 500.000 Euro Gewinn, berechnet auf den Lebenszyklus hin. So werden junge Unternehmen zu Beginn entlastet und können eine stabile Unternehmensstruktur aufbauen, von der anschließend auch Staat und Bund profitieren.