Yin & Yang im Einklang

Nicht nur Österreichs neuer Gesundheitsminister hat eine TCM-Ausbildung. Die Traditionelle Chinesische Medizin hat sich in der heimischen Gesundheitslandschaft längst etabliert.

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) basiert auf dem philosophischen Konzept der Yin-Yang-Theorie. Die Lehre ist der Naturphilosophie zuzuordnen, beschreibt Naturgesetze und deren Beziehungen zueinander und zum Universum. Damit wird der immerwährende Prozess natürlicher Veränderung erklärt. Obwohl Yin und Yang in der TCM polare Gegensätze darstellen, sind sie voneinander abhängig und können sich ineinander verwandeln. Das Gleichgewicht von Yin und Yang bedeutet in der Gesundheit eine Balance von Körper, Geist und Seele. Die TCM gibt es in China seit mehr als 2000 Jahren. Verbreitet war sie ursprünglich vor allem in Vietnam, Korea und Japan. Auf ihrer Grundlage entwickelten sich im Laufe der Zeit weitere regionale Formen wie etwa die japanische Kampo-Medizin. Die TCM-Therapien können in allen medizinischen Fach­bereichen eingesetzt werden.

Kein Ersatz für Schulmedizin. Der Schwerpunkt der TCM ist eine ganzheitliche Therapie unter Beachtung der engen Verbindung von Seele, Psyche und Körper, wobei alternative Verfahren zusätzlich zur Schulmedizin eingesetzt werden. Die TCM bekämpft nicht nur Krankheitssymptome, sondern unterstützt auch die Wiederherstellung der Gesundheit. Mit anderen Worten: Sie findet Ungleichgewichte und gleicht sie wieder aus. In der westlichen Welt begegnete TCM etwa ab den 1950er-Jahren verstärktem Interesse, das ab den 1970ern noch intensiviert wurde, nachdem sich China öffnete und Reiseerleichterungen den Kontakt vereinfachten. In Österreich wird die TCM meist als eine Ergänzung zur Schulmedizin einge-setzt und leistet dabei gute Dienste. Sie wird aber häufig auch in das pseudowissenschaftliche Eck gedrängt, da westliche Forschungsansätze selten auf TCM anwendbar sind.

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