SERIE Künstliche Intelligenz (KI)

BIG BROTHER

George Orwells Roman „1984“ erschien bereits im Jahr 1948. Sein Szenario eines Überwa-chungsstaates scheint aus Sicht mancher Menschen bereits Realität geworden zu sein: mit Gesichts- und Personenerkennung und zahllosen Optionen, die sich daraus ergeben.

Die Gesichts- und Personenerkennung ist einer der weltweit am schnellsten wachsenden Anwendungsbereiche künstlicher Intelligenz (KI). Für die Gesichtserkennung werden sicht-bare Merkmale des Gesichts, die geometrische Anordnung und die Textur der Oberfläche gescannt und mit bestehenden Fotodatenbanken verglichen, um so die Identität einer Person festzustellen. Die Gesichtserkennung gehört zu den sogenannten biometrischen Verfah-ren und wird hauptsächlich sicherheitstechnisch, kriminalistisch sowie forensisch eingesetzt.
Biometrie ist die Wissenschaft, die sich mit der Vermessung von Lebewesen und den dazu erforderlichen Technologien, Mess- und Auswertungsverfahren beschäftigt. Das vermutlich bekannteste biometrische Verfahren ist der Fingerabdruck, für den das Fingerlinienbild als biometrisches Charakteristikum herangezogen wird. Daneben gibt es aber auch Analysen des Gangstils, der DNA, der Handlinienstruktur, der Ohrform, der Handvenen, Zahnabdruck, der Iris (Regenbogenhaut) oder der Retina (Augenhintergrund).
„Auch Körpergeruch, Lippenbewegungen, Stimme, das Tippverhalten auf einer Tastatur oder die Unterschrift gehören zu den biometrischen Verfahren“, wie Univ.-Prof. Dr. Andreas Uhl, Professor am Fachbereich Computerwissenschaften der Universität Salzburg und Experte für Biometrie, weiß.

Ungeahnte Möglichkeiten. „Am häufigsten begegnet uns Gesichtserkennung bei der Ent-sperrung von iPhones und iPads mittels Face-ID und Fingerabdruckerkennung bei der Ent-sperrung von Android Geräten und Laptops“, erklärt Uhl. Neuerdings hat Apple zudem ein Patent auf einer Gesichtserkennung via Wärmemessungen im Gesicht, die auch mit Maske funktioniert.

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