IT-Fachkräfte braucht das Land!

Nach Corona ist vor Corona, könnte man meinen, wenn man sich den Bedarf an IT-Experten im Zuge der Digitalisierung von Österreichs Unternehmen ansieht. Im Gespräch mit Martin Puaschitz, Obmann der Fachgruppe für Unternehmensberatung und IT in der Wirtschaftskammer Wien, wird klar, was uns in Zukunft erwartet.

Wie viele IT-Fachkräfte braucht Österreich zusätzlich?
In den letzten Jahren fehlen laut Erhebungen allein der österreichischen IT-Wirtschaft 10.000 Fachkräfte. Dabei ist zusätzlich davon auszugehen, dass in anderen Branchen insgesamt nochmal   so viele IT-Fachkräfte benötigt werden.
Die Anzahl der offenen IT-Stellen ist während der Corona Krise leicht rückläufig, es ist aber mit einem deutlichen Anstieg in der Post-Corona-Zeit zu rechnen, da ein Digitalisierungsschub mit den dafür nötigen IT-Dienstleistungen  zu erwarten ist.
 
Wo gibt es derzeit die größten Mängel?
In sämtlichen IT-Bereichen liegt derzeit ein Mangel vor, sei es
• Coding,
• IT-Security oder
• IT-Support; ein hoher Bedarf liegt auch im Bereich Software Engineering und Web Development vor.

Was können Unternehmen nun selbst dazu beitragen?
Wir möchten insbesondere auch die IT-Lehre stärken und waren an der Modernisierung der neuen IT-Lehrberufe beteiligt: der Lehrberuf „Applikationsentwicklung – Coding“ und der Lehrberuf „Informationstechnik“ mit seinen Schwerpunkten „Betriebstechnik“ oder „Systemtechnik“. Unternehmen haben so unmittelbar die Möglichkeit zukünftige MitarbeiterInnen mit Schüsselqualifikationen für ihren Betrieb zu gewinnen.
 
Inwieweit ist die Politik gefordert – welche Maßnahmen sind notwendig, um dem IT-Fachkräftemangel entgegenzuwirken?
Um mehr Begeisterung für den IT-Sektor generieren zu können, muss die Informatikbildung früh beginnen. Ein guter Anfang wäre ein durchgängiger Informatikunterricht ab der Volksschule mit bestens ausgebildeten Informatik-Lehrerinnen und Lehrern. Ein gutes Zeichen ist, dass die Zahl der Informatikstudierenden stark gestiegen ist. Mit Blick auf die hohen IT-Drop-out-Quoten ist es nun aber wichtig, dass die jungen Menschen ihr IT-Studium auch abschließen.

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