Erntehelfer und Wanderarbeiter

Für die österreichische Wirtschaft – insbesondere die Landwirt­schaft – sind Saisonarbeiter aus dem Ausland unerlässlich, die beispielsweise bei der Ernte oder im Tourismus aushelfen. Im Gegensatz zu 2020 wird heuer mit keinen Engpässen gerechnet.


Viele Saisonarbeitskräfte und Erntehelfer kommen aus unseren Nachbarländern Ungarn, Slowenien, der Tschechischen Republik, aber auch aus anderen EU-Staaten wie Rumänien und Bulgarien. Für Fachpersonal aus Drittstaaten, zum Beispiel der Ukraine, Kosovo oder Moldawien, gibt es laut Landwirtschaftsministerium gewisse Kontingente. „Für die Land- und Forstwirtschaft stehen 2021 insgesamt 3.046 Arbeitskräfte aus Staaten außerhalb der EU zur Verfügung“, sagt Daniel Kosak vom Landwirtschaftsministerium. „Zusätzlich kann ein Kontingent von 119 ausländischen Erntehelferinnen und -helfern kurzfristig eingesetzt werden.“

Im Jahr 1999 hatte die österreichische Regierung die Zahl der Saisonarbeiter von 12.000 auf 30.000 erhöht. Die Zulassung als befristeter Beschäftigter erfolgt über die Erteilung einer Beschäftigungsbewilligung des AMS und der Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis durch die Aufenthaltsbehörde. Befristet Beschäftigten wird nur ein vorübergehender Aufenthalt ge-stattet, der mit der Auflösung des befristeten Arbeitsverhältnisses endet. Auch wenn be-fristete Arbeitsverhältnisse über mehrere Jahre – mit den erforderlichen Unterbrechungen – ausgeübt werden, erwerben befristet Beschäftigte kein Bleiberecht. Das System der Aufent-haltsverfestigung wird auf sie nicht angewendet, die Mitnahme oder der Nachzug von Fami-lienangehörigen ist nicht gestattet. Der Zugang zu sozialen Rechten ist eingeschränkt, so besteht zum Beispiel kein Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe. Viele Saison-arbeitskräfte warten in der Illegalität auf ihren nächsten Saisonniervertrag.

Erntedilemma 2020. Im vergangenen Frühjahr, als die Corona-Pandemie noch Neuland war und viele Lebensbereiche an die neuen Bedingungen angepasst werden mussten, lösten die Grenzschließungen ein großes Dilemma aus. Für die Ernte der Feldfrüchte – insbesondere des empfindlichen Spargels – sind Saisonarbeitskräfte und Erntehelfer erforderlich, die meist aus den östlichen Nachbarländern einpendeln oder vorübergehend in Österreich wohnen.

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